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Equines Herpesvirus (EHV)

Expertenmeinungen

Virusinfektionen verursachen weltweit eine Vielzahl von Erkrankungen beim Pferd. Für die Pferdepopulation in Deutschland sind insbesondere Infektionen mit dem equinen Influenzavirus und dem equinen Herpesvirus (EHV) von Bedeutung. Dies zeigt aktuell ein Ausbruch mit EHV-1 bei einem Turnier Anfang 2021 im spanischen Valencia, von wo aus das Virus in zahlreiche Länder verbreitet wurde und sich dort ausbreitet (s. News). Die Folge_ Todesfälle und zahlreiche Aborte! Denn Infektionen mit EHV betreffen beinahe nie nur das Einzeltiere, sondern häufig den gesamten Bestand und treten sowohl sporadisch als auch epizootisch auf. Die Infektionsgefahr nimmt dabei mit steigendem internationalen Pferdeverkehr zu. Zum Schutz vor einer solchen Infektion stehen grundsätzlich wirksame Impfstoffe zur Verfügung. Welche Impfungen für welche Pferde unter welchen Haltungsbedingungen empfohlen werden, wissen sie betrueenden Tierärzte. Diese richten sich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet). In diesem Fokusthema wird auf Infektionen mit den vier verschiedenen Subtypen des equinen Herpesvirus eingegangen.

Wie oben bereits erwähnt, tritt das equine Herpesvirus in vier Subtypen auf, von denen nur zwei wirtschaftliche Bedeutung haben: der Subtyp EHV 1 und der Subtyp EHV 4.

EHV 4 ist überwiegend für Erkrankungen des oberen Respirationstrakts verantwortlich und wird daher auch als Rhinopneumonitisvirus bezeichnet. EHV 1 verursacht dagegen vor allem Aborte und neurologische Erkrankungen, die mit Lähmungen und Paralysen und zum Teil mit dem Tod des Tieres einhergehen. EHV 1 kann aber darüber hinaus auch respiratorische Symptome beim Pferd hervorrufen und tritt häufig gemeinsam mit EHV 4 auf. EHV 4 ist dagegen selten für Aborte und neurologische Störungen beim Pferd verantwortlich.