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Qualzuchten im Fokus des Welthundetages

09.10.2020

Anlässlich des am 10.10.2020 stattfindenden Welthundetags hat die Tierschutzombudsstelle Wien einen eigenen Schwerpunkt zum Thema Qualzucht eingerichtet. Stellvertretend für die vielen leidenden Hunde wird der Fall der Französischen Bulldogge Connor näher beleuchtet, der nach achtjährigem Leidensweg und unzähligen Operationen eingeschläfert werden musste. Der Hund, der von einem vermeintlich seriösen Züchter in Österreich stammte, hatte schon im Alter von eineinnhalb Jahren zahlreiche Probleme an Bandscheiben und Wirbelsäule, die bei einer Röntgenaufnahme erkannt wurden. Zuden führte die Anatomie des Hundes auch zu einer immer schlechter werdenen Atmung des Tieres. Nach zahlreichen schweren Eingriffen wurde Connor dann von seinen angezüchteten Leiden erlöst und eingeschläfert. „Als Qualzucht wird das bewusste Verpaaren zweier Tiere mit ganz bestimmten Merkmalen bezeichnet, deren Nachkommen aufgrund der Ausprägung dieser Merkmale Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst erleiden werden“ erläutert Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). Als besonders niedlich werden die platte Schnauze, die knautschigen Falten oder die viel zu großen Kulleraugen von Mops, Bulldogge oder Mini-Chihuahua angesehen. Doch die Tiere zahlen für ihr unnatürliches Aussehen einen hohen Preis, wie im Fall Connor zu sehen ist. Trotz Verbote und umfassender Aufklärung hat sich allein in der österreichischen Hauptstadt die Zahl der gemeldeten Französischen Bulldoggen in den vergangenen acht Jahren fast verdreifacht. „Connors Leidensweg ist typisch für solche Qualzucht- Hunde“, erläutert Persy. „Doch zu wenigen Menschen ist das bewusst. Die Nachfrage nach Rassen mit speziellen Merkmalen, die in Wahrheit Symptome von schweren Krankheiten sind, ist leider noch immer hoch.“ Die Tierschützerin sieht ein großes Problem unter anderem in der Verbreitung von „niedlichen“ Bildern von Qualzuchten in den Sozialen Medien. „Solange drollige Möpse oder haarlose Katzen unkommentiert als Instagram-, Film- oder Werbestars durch die Öffentlichkeit getrieben werden, kann niemandem verübelt werden, dass solche Erscheinungen als „normal“ angesehen werden“, so Persy. Im Fokusthema Qualzuchten auf Vetion.de finden Sie zahlreiche weitere Informationen sowie Links zu dem Thema.
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