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Equines Herpesvirus (EHV)

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Säugetierviren werden über Wasserlöcher auf andere Arten übertragen

16.02.2021

Stellen Wasserlöcher in Gebieten mit saisonalen Trockenzeiten Schlüsselstellen für die Übertragung von Krankheitserregern innerhalb und zwischen den einzelnen Tierarten dar? Dieser Frage ist ein internationales Wissenschaftsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) nachgegangen. Die WissenschaftlerInnen vermuteten, dass Viren tatsächlich die wenigen Süßwasserstellen als Übertragungsweg nutzen können. Dies setzt voraus, dass die Viren im Wasser stabil sind und infektiös bleiben. Das Team testete diese Voraussetzung, indem es Wasserlöcher in Ökosystemen Afrikas und der Mongolei mit ausgeprägten Trockenzeiten beprobte und dann versuchte, ausgesuchte Tierviren in diesem Wasser zu züchten. Wie sie in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment" schreiben, bleibt das Equine Herpesvirus (EHV) in typischen Wasserstellen tatsächlich stabil und lebensfähig. Die Wissenschaftler hatten das Virus ausgewählt, da es unter Laborbedingungen wochenlang im Wasser stabil und infektiös bleiben und sowohl in Afrika als auch in der Mongolei bei Wildtieren vorkommen und von Wildtieren bei Stress vermehrt ausgeschieden werden. „Der Stress wirkt wie eine Art Signal auf das Virus und ermöglicht es ihm, in das Wasser zu gelangen und könnte dadurch mehr Individuen infizieren“, sagt Prof. Alex Greenwood, der Leiter dieser wissenschaftlichen Untersuchung. „Die Ansammlungen können auch einige merkwürdige Ergebnisse bei Wildtieren in menschlicher Obhut und freier Wildbahn erklären, wie zum Beispiel die Infektion von Nicht-Pferdeartigen mit EHV, wie beispielsweise Nashörner", sagt Dr. Peter Seeber vom Leibniz-IZW. Dies könnte zudem auch die Erklärung dafür sein, dass EHV eine überschaubare Evolution aufweisen. Generell neigen Viren dazu, sich schnell zu verändern, aber EHV veränderten sich wenig im Laufe der Zeit und sind in diesem Sinne überraschend stabil. „Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass die Stabilität von EHV im Wasser das Ergebnis eines langen evolutionären Prozesses ist, der dazu führte, dass solche Viren wirklich an die Nutzung von Wasser als Übertragungsweg angepasst sind", erklärt Koautor Dr. Alexandre Courtiol, vom Leibniz-IZW. EHV sind jedoch nicht die einzigen Viren, die durch Wasser übertragen werden können. Weitere Untersuchungen folgen.
IZW
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