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Qualzuchten

News

Qualzuchten von Hunden nicht mehr fördern

18.06.2020

Hunde mit sehr flachen Schnauzen oder einem besonders kleinen Kopf sind für viele Hundehalter äußerst niedlich. Doch bestimmte ästhetische Merkmale gehen oft mit Erkrankungen einher, die durch die Zucht verursacht sind. Zudem leiden solche sogenannten Qualzuchten häufig unter genetischen Störungen. „Viele Rassehunde leiden häufig unter mehreren Erbkrankheiten und genetischen Störungen. Dramatisch wird es vor allem dann, wenn unkontrolliert gezüchtet wird und nicht mehr die Gesundheit der Tiere im Vordergrund steht“, sagt Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN. Die Tierschutzorganisation appelliert daher an künftige Hundehalter, solche Qualzuchten nicht weiter zu fördern, sondern sich stattdessen lieber mit der Adoption eines Hundes aus dem Tierheim anzufreunden, wo Mischlinge und Rassehunde auf ein neues Zuhause warten. „Die Nachfrage bestimmt den Markt. Nur solange Hunde mit Qualzuchtmerkmalen gekauft werden, werden sie auch weiter gezüchtet“, sagt Ross weiter. „VIER PFOTEN fordert daher alle zukünftigen Hundebesitzer auf, keinen Hund mit Erbkrankheiten zu erwerben.“ Vielen Hundebesitzern ist nicht bewusst, dass ihre Tiere für ihr Aussehen einen hohen Preis bezahlen.
VIER PFOTEN

Teacup-Hunde weisen klare Qualzuchtmerkmale auf

11.06.2020

Die Zucht von Teacup-Hunden ist in Deutschland sehr umstritten. Die Mini-Hunde sind maximal 23 Zentimeter groß und ihre besonderen Merkmale sind große Kulleraugen, runde Köpfe und winzige Körper. Die Anschaffungskosten für den Modehund belaufen sich nicht selten auf rund 8.000 Euro. Gezüchtet werden die Teacups, indem die schwächsten und kleinsten Tiere für die weitere Zucht ausgewählt werden, wie Daniela Schrudde, inhaltliche Leiterin der Welttierschutzgesellschaft, zu berichten weiß. Eigentlich scheint die rechtliche Lage eindeutig zu sein: Denn nach dem Tierschutzgesetz sind sogenannte Qualzuchten in Deutschland verboten. Das heißt, es ist nicht erlaubt, Tiere zu züchten, wenn ihnen Körperteile oder Organe für ihren artgemäßen Gebrauch fehlen oder umgestaltet sind - und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. „Wenn man sich die Teacup-Hunde anschaut, die haben das alle", erläutert Schrudde. Bestimmte Qualzuchtmerkmale wie etwa die Kurzköpfigkeit sind bereits bekannt und wissenschaftlich untersucht, erklärt Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Doch bislang gab es in der Vergangenheit nur Urteile einzelner Zuchten. Zudem zittern die Mini-Hunde häufig, da ihre Körpertemperatur zu niedrig ist. Auch Fehlentwicklungen am Kopf, etwa infolge von erblich bedingt nicht zusammenwachsenden Knochenspalten seien zu beobachten, so Hoth weiter. Ohnehin seien die Knochen sehr fragil, die Augen unproportional groß und dadurch verletzungsanfälliger und Milchzähne oft nicht ohne äußere Hilfe entfernbar. Einer der wenigen ZüchterInnen in Deutschland, Ivonne Winter, verteidigt ihre Arbeit. Ihre Mini-Pudel seien genauso gesunde Hunde wie jeder Klein- oder Großpudel, sagt Winter. Gegen die Zucht der Teacups setzen sich auch der Internationale Hunde Verband (IHV) sowie der deutsche Tierschutzbund ein. Doch bisher ist es rechtlich schwer, gegen Züchter oder Händler der Mini- Tiere vorzugehen, weil der Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes, der das Verbot von Qualzuchten regelt, "sehr offen formuliert ist", erklärt Andrea Mihali, Fachreferentin für Hunde beim Deutschen Tierschutzbund. Auch Tierarztverbände und die Tierschutzbeauftragten einiger Länder wie Baden-Württemberg sowie Tierheime unterstützen die Kritik, der Paragraph müsse eindeutiger und differenzierter formuliert werden. Der deutsche Tierschutzbund hat deshalb im März 2017 einen Entwurf zur Heimtierschutzverordnung veröffentlicht. Der Vorschlag wurde jedoch von der Bundesregierung bislang weder diskutiert noch angenommen.
Süddeutsche.de
br.de

Faltohrkatzen gehören zu den Qualzuchten!

02.06.2020

Österreichische Tierschützer des TierQuarTiers und der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) warnen vor dem Kauf einer Faltohrkatze der Rasse Scottish Fold Cat. Das charakteristische Merkmal der Tiere sind die Faltohren, die wie zusammengefaltet aussehen und bereits ab der 3. Lebenswoche sichtbar werden. Für Tierhalter mag das niedlich sein, doch dahinter verstecken sich deformierte und verkrüppelte Ohrmuscheln, die durch die schmerzhafte und unheilbare Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) hervorgerufen werden. Diese Erbkrankheit wird den Katzen absichtlich angezüchtet und führt zur Zerstörung des körpereigenen Knorpelgewebes. „Die nach vorn gekippten Ohren sind sichtbares Zeichen einer schmerzhaften und unheilbaren Erbkrankheit, welche das Knorpelgewebe und damit die Gelenke des gesamten Körpers betrifft“, erklärt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). „Bei der Rasse 'Scottish Fold' handelt es sich um eine sogenannte Qualzucht.“ Die Folge sind Gelenksschwellungen, verdickte und missgestaltete Gliedmaßen, abnorme Körperhaltung und Gangart. Die Tiere leiden sehr und müssen nicht selten bereits im Alter von zwei Jahren eingeschläfert werden. „Das Tier durchlebt höllische Schmerzen, je weiter die Krankheit voranschreitet“, so Persy. In Österreich sind Zucht und Handel mit den Faltohrkatzen verboten. Wer Qualzüchtungen vornimmt oder Tiere mit Qualzuchtmerkmalen importiert, erwirbt, vermittelt, weitergibt oder ausstellt, riskiert eine hohe Geldstrafe. „Wir warnen alle Katzenliebhaberinnen und -liebhaber davor, das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere zu unterstützen – und sich selbst strafbar zu machen“, appelliert Persy.
Stadt Wien
TOW

Broschüre über Qualzuchtmerkmale bei Katzen erschienen

01.11.2019

Nicht süß, sondern gequält! So lautet der Titel des neuen Flyers über Qualzuchtmerkmale bei Katzen der Bundestierärztekammer (BTK) sowie weiterer fünf großer veterinärmedizinischer Verbände. Gemeint sind u.a. Kulleraugen und Faltohren bei Katzen. Mit der Kampagne sollen (zukünftige) Tierhalter über über verschiedene Qualzuchtmerkmale bei Katzen aufgeklärt werden. Denn haarlos ist keine „normale" Eigenschaft einer Katze, auch keine gefalteten Ohren, dackelkurze Beine oder gar schwanzlos zu sein! Leider ist vielen Menschen nicht klar, dass ein scheinbar niedliches Aussehen mit dem Leid der Tiere erzüchtet wurde. Darüber wollen die Tierärztinnen und Tierärzte aufklären. Eine Broschüre informiert über Eigenschaften, die bei Qualzuchten häufig vorkommen und bietet den Tierhaltern eine praktische Checkliste, die sie vor dem Kauf eines Tieres durchgehen können. „Zukünftige Tierhalter müssen sich darüber bewusst sein, dass aufgrund der vorhersehbaren Erkrankungen, erhebliche Tierarztkosten auf sie zukommen können", sagt Dr. Uwe Tiedemann, BTK-Präsident und Kleintierpraktiker. Die Gesundheit der Tiere rückt vollkommen in den Hintergrund, denn mit Katzen, die gerade „in Mode" sind, können Züchter und Vermehrer sehr hohe Gewinne erzielen. Perserkatzen mit dem typisch platten Gesicht haben bspw. häufig Tränenspuren neben der Nase, da wegen der Verkrümmung des Schädels die Tränen nicht abfließen können. Haarlose Katzen leiden an Unterkühlung und oft fehlen auch Tasthaare und Augenwimpern – wichtige Schutzmechanismen. Nur, wenn verantwortungslose Züchter keine Käufer mehr finden, werden wieder mehr gesunde Katzen angeboten werden. Niemals ein Tier aus Mitleid kaufen!
BTK Broschüre
Pressekonferenz zum Thema Qualzuchten in Berlin 29.10.2019
Eindämmung des illegalen Welpenhandles 04.10.2019
Gesundheit und Robustheit im Fokus der Tierzüchter 11.09.2019
Prof. Gruber stellt sein Buch Das Kuscheltierdrama in Berlin vor 15.03.2019
Kaninchenzucht in Großbritannien - strengere Regularien gefordert 17.12.2018
Baden-württembergischer Tierschutzbeirat will Konkretisierung des Qualzuchtverbotes 23.11.2018
umdenken-tierzuliebe - Landestierärztekammer Berlin sensibilisiert Berlin für das Thema Qualzucht 14.11.2018
Österreichische Tierärztekammer will Tierhalter über Qualzuchten aufklären 04.10.2018
Hitze lässt kurznasigen Rassen die Luft ausgehen 20.07.2018
Einflüsse selektiver Zucht auf das Gehirn durch MRT erkennbar 02.03.2018
Mutation bei Nackthunden für Haarlosigkeit und Zahnveränderungen verantwortlich 21.07.2017