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Equines Herpesvirus (EHV)

News

Weitere EHV-1 Fälle und Aborte in Deutschland

23.03.2021

Das gefährliche Equine Influenzavirus vom Typ 1 (EHV-1) breitet sich weiter aus. Die aggressive Variante des Virus war bei einem Turnier im spanischen Valencia verbreitet und bis zur Global Champions Tour nach Doha weitergetragen worden. Rückkehrende, infizierte Pferde hatten das Virus dann in zehn weitere Länder getragen. Während zahlreiche Pferde ohne Anzeichen von Symptomen positiv getestet wurden, greift das Virus bei anderen Tieren das Nervensystem an. Auch Pferde von deutschen TurnierteilnehmerInnen sind betroffen. Der Stall des deutschen Spitzen-Springreiters Sven Schlüsselburg, der bis zum 12. Februar 2021 mit acht Pferden bei der Turnierserie in Valencia am Start war, musste den Verlust von bislang zwei Pferden verkraften. Besonders dramatisch ist auch, dass bereits neun Stuten infolge einer Herpesinfektion ihre Fohlen verloren haben. Schlüsselburg hatte das aggressive Virus bei seiner Rückkehr unwissentlich mit auf seinen Hof nach Ilsfeld gebracht. Die Inkubationszeit kann mehr als zwei Wochen betragen. Inzwischen hat der Weltverband (FEI) alle Turniere auf dem europäischen Festland bis zum 11. April 2021 abgesagt. Ob es in diesem Jahr in Tokio überhaupt ein olympisches Reitturnier geben wird, ist noch unklar. Auf die Untersuchung neugeborener Fohlen sowie auf die wichtigsten Krankheitssymptome von Fohlen und deren Versorgung nach der Geburt geht die E-Learning-Reihe Reproduktionsmedizin Pferd auf Myvetlearn.de ein. Die Kursreihe besteht aus vier einzeln buchbaren, ATF anerkannten Modulen und richtet sich ausschließlich an Tierärztinnen und Tierärzte. Die Kursteilnahme kann jederzeit begonnen werden, die Zeiteinteilung erfolgt ganz individuell.
FAZ
Rheinland-Pfalz.de
Online-Kurs Reproduktionsmedizin Pferd auf Myvetlearn.de

FLI gibt Hinweise zur EHV-Impfung von Pferden

22.03.2021

Der verheerende Ausbruch des Equinen Herpesvirus Typ 1 (EHV-1) beim internationalen Reitturnier im spanischen Valencia hat bislang den Tod von 17 Pferden zur Folge. In Deutschland und acht weiteren Ländern kam es zu Folgeausbrüchen durch heimkehrende, infizierte Pferde. Der Weltreiterverband FEI hat den EHV-Ausbruch als den schlimmsten und aggressivsten der vergangenen Jahrzehnte bezeichnet. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat aus diesem Anlass auf seiner Homepage umfassende Informationen zur Impfung gegen EHV bereit gestellt. Zwar empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinär (StIKo Vet) die EHV-Impfung seit vielen Jahren als sogenannte Core-Vakzinierung, doch nun haben zahlreiche Verbände die EHV-Impfung als Verpflichtung eingeführt, so z.B. die Vollblutgestüte und Galopprennpferde. Bedauerlich nur, dass aktuell keim EHV-Impfstoff verfügbar ist. Dieser wird frühestens im Verlauf des Aprils 2021 in ausreichenden Mengen erwartet, da die Hersteller nicht mit einem so sprunghaft ansteigenden Bedarf gerechnet haben. TierärztInnen in Deutschland können daher nur versuchen per Ausnahmegenehmigung auf ein Vakzin zurückzugreifen, das im Ausland eine entsprechende Zulassung besitzt. Dies muss vom behandelnden Tierarzt bei der jeweils zuständigen obersten Landesbehörde beantragt werden. Weitere Auskünfte erteilen auch die zuständigen Veterinärämter.
FLI

Fatale EHV1-Ausbrüche in mehreren Ländern

05.03.2021

Nach dem verheerenden Ausbruch des Equinen Herpesvirus vom Typ 1 (EHV-1) während einer mehrwöchigen Turnierserie in Valencia breitet sich die Pferdeseuche weiter aus. Es sei der mangelnden Kommunikation sowie Organisation geschuldet, dass vermutlich zahlreiche TurnierteilnehmerInnen mit ihren Pferden den spanischen Veranstaltungsort ohne offizielles Gesundheitszeugnis verlassen haben und so das aggressive Virus weiter verbreiten konnten. Eine Infektion kann für die Tiere fatal sein. Bereits jetzt sind mehrere Pferde verendet, darunter vier aus Deutschland, weitere 80 Tiere zeigen Symptome. Laut Informationen des Weltverbandes des Pferdesports FEI soll es inzwischen in drei weiteren europäischen Staaten zu EHV- Ausbrüchen gekommen sein. Da Infektionen mit dem Herpesvirus nicht anzeigepflichtig sind, ist die Lage für Deutschland noch unklar. Infizierte Pferde zeigen Symptome wie Atemwegsprobleme, teils hohes Fieber, Lethargie sowie Nasenausfluss. Weiter können Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten oder Lähmungserscheinungen Anzeichen für eine EHV-1 Infektion sein. Betroffene Betriebe werden unter Quarantäne gestellt, um eine Weiterverbreitung der Krankheit im Pferdebestand zu unterbinden. Die Symptome können mit Entzündungshemmern, Schmerzmitteln und Antibiotika gemildert werden. Neben einer Stressminimierung sowie einer allgemeinen Stärkung des Immunsystems wird auch eine regelmäßige Impfung der Pferde gegen das Herpesviren Typ 1 und 4 von der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet) empfohlen.
Agrarheute
StIKo Vet Impfleitlinien Pferd
FN

Säugetierviren werden über Wasserlöcher auf andere Arten übertragen

16.02.2021

Stellen Wasserlöcher in Gebieten mit saisonalen Trockenzeiten Schlüsselstellen für die Übertragung von Krankheitserregern innerhalb und zwischen den einzelnen Tierarten dar? Dieser Frage ist ein internationales Wissenschaftsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) nachgegangen. Die WissenschaftlerInnen vermuteten, dass Viren tatsächlich die wenigen Süßwasserstellen als Übertragungsweg nutzen können. Dies setzt voraus, dass die Viren im Wasser stabil sind und infektiös bleiben. Das Team testete diese Voraussetzung, indem es Wasserlöcher in Ökosystemen Afrikas und der Mongolei mit ausgeprägten Trockenzeiten beprobte und dann versuchte, ausgesuchte Tierviren in diesem Wasser zu züchten. Wie sie in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment" schreiben, bleibt das Equine Herpesvirus (EHV) in typischen Wasserstellen tatsächlich stabil und lebensfähig. Die Wissenschaftler hatten das Virus ausgewählt, da es unter Laborbedingungen wochenlang im Wasser stabil und infektiös bleiben und sowohl in Afrika als auch in der Mongolei bei Wildtieren vorkommen und von Wildtieren bei Stress vermehrt ausgeschieden werden. „Der Stress wirkt wie eine Art Signal auf das Virus und ermöglicht es ihm, in das Wasser zu gelangen und könnte dadurch mehr Individuen infizieren“, sagt Prof. Alex Greenwood, der Leiter dieser wissenschaftlichen Untersuchung. „Die Ansammlungen können auch einige merkwürdige Ergebnisse bei Wildtieren in menschlicher Obhut und freier Wildbahn erklären, wie zum Beispiel die Infektion von Nicht-Pferdeartigen mit EHV, wie beispielsweise Nashörner", sagt Dr. Peter Seeber vom Leibniz-IZW. Dies könnte zudem auch die Erklärung dafür sein, dass EHV eine überschaubare Evolution aufweisen. Generell neigen Viren dazu, sich schnell zu verändern, aber EHV veränderten sich wenig im Laufe der Zeit und sind in diesem Sinne überraschend stabil. „Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass die Stabilität von EHV im Wasser das Ergebnis eines langen evolutionären Prozesses ist, der dazu führte, dass solche Viren wirklich an die Nutzung von Wasser als Übertragungsweg angepasst sind", erklärt Koautor Dr. Alexandre Courtiol, vom Leibniz-IZW. EHV sind jedoch nicht die einzigen Viren, die durch Wasser übertragen werden können. Weitere Untersuchungen folgen.
IZW
Abwässer weisen auf hohes Level von Antbiotikaresistenzen hin 11.03.2019
Zwei Pferde im Raum München wegen EHV-1 euthanasiert 05.02.2019
Ausbruch von Druse und Herpes im südlichen Kreis Pinneberg 04.04.2017
Hessische Landesmeisterschaften wegen Herpes abgesagt 14.07.2016
Stellungnahme der StIKo Vet zur Nichtverfügbarkeit von EHV-Impfstoffen 03.03.2016
EHV-1 und EHV-9 weisen breites Wirtsspektrum auf 02.11.2015
Todesfälle bei Pferden durch EHV im Rheinland 26.02.2015
EHV-1-Virus erstmals in Ägypten nachgewiesen 17.12.2014
EHV1 und 4 gehören beim Pferd zu den Pflichtimpfungen! 15.05.2014
Audio-Fortbildung zu EHV 18.10.2013
Leitlinie zur Impfung von Pferden erschienen 08.07.2011