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Wurmbefall beim Hund

News

Barfen: Rohes Fleisch korrekt einfrieren

25.10.2019

Ein Ernährungstrend ist das Barfen von Hunden und Katzen. Doch das rohe Fleisch kann Parasiten enthalten, die die Tiere mit Krankheiten infizieren können. Veterinärparasitologe Prof. Dr. Georg von Samson‐Himmelstjerna, Vorsitzender der Expertenorganisation ESCCAP Deutschland und Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin, empfiehlt: „Wichtig ist, das Fleisch vor dem Verfüttern ausreichend tief und lange einzufrieren. Das tötet Parasitenstadien sicher ab. Gewährleistet ist dies aber nur, wenn das Fleisch mindestens eine Woche lang bei -17 bis -20 °C tiefgefroren bleibt!“ Jedoch sollten Tierhalter von Rohverfütterung von Schweinefleisch absehen, denn dieses kann auch nach dem korrekten Einfrieren noch Viren enthalten, die die tödliche Aujeszky-Krankheit auslösen. Als Alternative zum Einfrieren des Fleisches sollte das Tier alle sechs Wochen entwurmt oder eine Kotuntersuchung vorgenommen werden. „Auch wenn das Parasiten-Infektionsrisiko durch Barfen nicht besonders hoch ist: Sicher ist, dass es besteht und sehr wahrscheinlich kommt es tatsächlich zu Infektionen. Und die gesundheitlichen Folgen möglicher Infektionen können für Tier und Mensch erheblich sein“, erklärt Prof. von Samson‐Himmelstjerna abschließend.
ESCCAP

Herzwurmbefall bei einem importierten Hund

10.04.2019

Am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart ist der seltene Fall einer Herzwurmerkrankung in Deutschland nachgewiesen worden. Betroffen ist ein aus Griechenland importierter Hund, der kurz nach der Einreise erkrankte und innerhalb von zwei Tagen verstarb. In der Sektion am CVUA in Stuttgart wurden dann 15 Würmer mit einer Länge von bis zu 20 Zentimetern in der rechten Herzkammer sichtbar. Das CVUA weist darauf hin, dass die Erkrankung in Deutschland nicht vorkommt. Wenn sie hier nachgewiesen wird, handelt es sich zumeist um importierte Tiere. Allerdings birgt der Klimawandel das Risiko, dass sich der Wurm Dirofilaria immitis auch weiter nach Norden ausbreitet. Der beste Schutz für unsere heimischen Hund ist es daher, die Tiere nicht mit in den Urlaub in Risikogebiete mitzunehmen. Sollte der Hund doch mitgenommen werden, sollten vorab mit dem Tierarzt die notwendigen Prophylaxemaßnahmen besprochen werden.
CVUA Stuttgart

Ulm und Umgebung ist Epizentrum des Fuchsbandwurms

10.11.2015

Für den Menschen ist eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm lebensgefährlich. Die Bahndlung ist schwierig und beinhaltet entweder eine nicht ungefährliche Operation der befallenen Leber oder eine jahrelange Medikamenteneinnahme. Ein interdisziplinäres Expertenteam an der Universitätsklinik Ulm hat sich bei der Behandlung der Erkrankung einen Namen gemacht und behandelt deutschlandweit die meisten Fälle von Fuchsbandwurmerkrankungen, denn Ulm und Umgebung gelten als „Epizentrum“ der parasitär bedingten alveolären Echinokokkose der Leber. Bis zu 70 Prozent der Füchse rund um die Schwäbische Alb tragen den Erreger in sich. Aber auch in Bayern gibt es eine Menge betroffener Patienten aufgrund der weiten Verbreitung. „Durch gemeinsame Anstrengungen kann auch für Betroffene mit weit fortgeschrittener Infektion eine gute Lebensqualität erreicht werden“, sagt Professorin Doris Henne-Bruns, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Der Grund für die zunehmende Verbreitung der Erkrankung, die bis vor einigen Jahren hauptsächlich bei Landwirten oder Jägern diagnostiziert wurde, ist die Anpassung von Füchsen an das Stadtleben. So hinterlässt der Fuchs seinen infektiösen Kot in Sandkästen oder auf Gemüsebeeten.
Universität Ulm

Fünf Millionen für die Bandwurmforschung

25.06.2015

Endoparasiten sind weltweit ein großes Problem, vor allem in ärmeren Ländern. Aber auch in den westlichen Industrieländern können sie Mensch und Tier gefährlich werden. Hier sind besonders Bandwürmer zu nennen. Als besonders gefährlich für den Menschen gelten Hunde- und Fuchsbandwürmer, da er für die Bandwürmer einen Fehlwirt darstellt. Ihre Larven setzen sich in der Lunge, der Leber oder im Gehirn fest. Dort wachsen sie, ähnlich wie Tumoren, über Jahre hinweg zu teils handballgroßen Zysten heran. Blindheit, Epilepsie oder Leberversagen können die Folgen sein; ohne Behandlung endet die Infektion in der Regel tödlich. Aber auch eine lebenslange Chemotherapie kann die Zysten nur in Schach halten. Sobald man mit der Behandlung aufhört, wachsen sie einfach weiter. Allein in Deutschland infizieren sich jedes Jahr rund 50 Menschen nachweislich mit dem Fuchsbandwurm. Der Wellcome Trust, der größte private britische Förderer von biomedizinischer und tierärztlicher Forschung, unterstützt daher das Forschungsprojekt „Initiative zur Erforschung des funktionalen Genoms von Plattwürmern“ mit einem Strategic Award von über fünf Millionen Euro. Das Projekt beginnt voraussichtlich Ende 2015 und ist auf fünf Jahre angelegt.
idw
Wurmprophylaxe bei Hund und Katze schützt auch den Menschen 28.08.2014
270.000 Euro Förderung für ein Forschungsprojekt zum Hundebandwurm 12.11.2012
EU will Bekämpfung des Fuchsbandwurms vereinheitlichen und intensivieren 14.07.2011
Ein Service für Tierarztpraxen: Entwurmungsempfehlungen für Halter von der ESCCAP 31.03.2011
Rhein-Sieg-Kreis warnt vor Fuchsbandwurm 14.03.2011
165 Millionen Spulwurmeier jeden Tag im Berliner Hundekot 27.01.2011
Kleiner Fuchsbandwurm: Vorsicht beim Verzehr von Pilzen und Waldbeeren! 18.06.2010
Immer mehr Fälle von Echinokokkose 09.06.2009
Zahl der Fuchsbandwurm-Infektionen 3x höher als gedacht 12.09.2008
Hunde sollten wegen Fuchsbandwurm alle 3 Monate entwurmt werden 14.08.2008
Vorsicht beim Verzehr von Pilzen und Waldbeeren 19.06.2008