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Qualzuchten

Augen auf beim Welpenkauf

Der Präsident des ZZF, Norbert Holthenrich, empfiehlt, die folgenden Punkte beim Welpenkauf zu beachten:

  1. Vorher umfassend über die Hunderassen und ihre jeweiligen Anforderungen informieren: Welche Rasse past zu mir? Kann ich zum Beispiel eine sportliche Rasse ausreichend beschäftigen?
  2. Keinen Onlinehandel mit Tieren unterstützen.
  3. Kofferraumverkäufe stammen meist aus tierschutzwidrigen Aufzuchten und sind abzulehnen.
  4. Achtung im Urlaub, wenn die Emotionen hochkochen: Mitleidskäufe etwa aus Tötungsstationen werden sofort "nachproduziert" und fördern diese Praktiken nur. Gleiches gilt für kränkliche Straßenhunde. Nach der ersten Untersuchung daheim stellen sich nicht selten unstemmbare Tieraztkosten ein. Im schlimmsten Fall landen diese Hunde deshalb schließlich hierzulande im Tierheim.
  5. Kann ich einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause bieten?
  6. Wenn das nicht in Frage kommt: Besonders bei Rassen, die unter Qualzuchtverdacht stehen, auf seriöse Züchter achten. Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?
  • Bei 200-300 Euro für einen Rassehund kann man stutzig werden. Die Aufzucht eines Wurfes nimmt viel Zeit in Anspruch. Die Welpen sollten gechippt und geimpft sein - das alles ist mit einem hohen finanziellen Aufwand für den Züchter verbunden.
  • Wenn ein Welpe geimpft und gechippt wurde, heißt das auch, dass er bereits vom Tierarzt untersucht worden ist.
  • Unbedingt sollte der Welpenkauf beim Züchter daheim erfolgen. Ein Züchter der das zulässt, hat nichts zu verbergen. So bekommt der Käufer einen Eindruck von der rechtmäßigen und tiergerechten Aufzucht der Welpen und kann sich die Elterntiere betrachten. Sind es die "richtigen" Elterntiere?! Sind sie gesund? Tritt bei brachycephalen Rassen etwa bereits eine Atemwegssymptomatik bei der Hündin/dem Rüden auf, ist mit selbigem auch beim ausgewachsenen Welpen zu rechnen.
  • Eine Ahnentafel gibt ebenfalls Aufschluss für das Auftreten erblich bedingter Erkrankungen. Ein "Deutscher Heimtierpass" ist nichts anderes als ein vorgeschriebener Impfausweis.
  • Wieviele Würfe hat die Zuchthündin im Jahr? Mehr als einer sollte es nicht sein, damit sich das Gesäuge zurückbilden und die Hündin erholen kann.
  • Ein fürsorgender Züchter erkundigt sich beim potentiellen Käufer umfassend über dessen Sachkunde und das spätere Wohnumfeld des Welpen.

Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) setzt sich für eine atgerechte Tierhaltung und einen verantwortungsvollen Tierhandel ein und fordert deshalb von seinen Mitgliedern im Zuge einer freiwilligen Selbstverpflichtung (Heidelberger Beschlüsse) unter anderem den Verzicht auf Welpenverkauf und das Anbieten von Qualzuchten jeglichster Tierart.

Die Umstände im Zoofachhandel könnten nicht den Anforderungen der für Hunde so wichtigen Prägungsphase genügen, so der ZZF in seinen Heidelberger Beschlüssen. Eine weitere Begründung für den Verzicht auf Präsentation und Verkauf von Hunden im Einzelhandel ist mit dem Problem der Herkunft der Tiere genannt.

Der ZZF setzt stattdessen auf eine unterstützende Beratung von kaufinteressierten Hundeliebhabern und empfielt seinen Mitgliedern, an Züchter und Tierheime zu vermitteln.