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Equines Herpesvirus (EHV)

EHV-bedingte respiratorische Erkrankungen

Equine Herpesviren können unter anderem respiratorische Erkrankungen beim Pferd hervorrufen. Neben dem Subtyp 4 (EHV 4), der auch Rhinopneumonitisvirus genannt wird, kann auch der Subtyp EHV 1 respiratorische Symptome verursachen. Oft findet das Infektionsgeschehen subklinisch statt oder verläuft milde. Zu einem akuten Verlauf kommt es vor allem bei Fohlen, Absetzern und Jährlingen. Meist findet die Infektion im ersten Lebensjahr statt.

Bei einer Infektion mit dem EHV 4 ist nach einer Inkubationszeit von 2-10 Tagen hauptsächlich der obere Respirationstrakt (Rhinopharyngitis, Tracheobronchitis)5 betroffen. Besonders charakteristisch für eine EHV-bedingte Atemwegserkrankung ist der feuchte, flache Husten. Dadurch ist eine solche Infektion relativ sicher gegen eine Infektion mit dem equinen Influenzavirus abzugrenzen, die durch einen hohlen und trockenen Husten sowie durch hohes Fieber charakterisiert ist. Außerdem sind bei einer Influenza-Infektion sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege betroffen1,5.

Bei einer EHV-Infektion ist häufig eine Vergrößerung der Kehlgangslymphknoten zu beobachten. In dieser Zeit ist häufig mildes Fieber (38,8-39,5) zu messen.1 Außerdem leiden die betroffenen Pferde häufig an wässrigem Nasenausfluss, leichtem Katarrh der Atemwege und seltener an einer Konjunktivitis.

In der Regel sind Jungtiere für eine Infektion mit Herpesviren, die zu Atemwegserkrankungen führen, prädestiniert. Die klinischen Symptome dauern im allgemeinen zwischen 8 und 14 Tagen an. Folgeschäden sind nicht zu erwarten, es sei den, es kommt zu Sekundärinfektionen. Besonders häufig treten Streptpkokken auf, durch die es zu einem schleimig-eitrigen Nasenausfluss und einer Bronchopneumonie kommen kann. Aber auch eine sich anschließende Infektion der unteren Atemwege mit starkem Husten, Lungenentzündung und teilweise Fieber kann die Folge sein. Unbehandelt ergeben sich aus solchen Sekundärinfektionen häufig chronische Atemwegserkrankungen mit irreversiblen pathologischen Veränderungen der Lunge. Diese können die Leistungsfähigkeit und die Belastbarkeit der Pferde erheblich einschränken. Therapiert werden nur akute Fälle mit Antipyretika und Antibiotika.