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Heimtierhaltung

Zierfische (Süßwasser)

Zierfische

Es sollten nur Fische aus einem Lebensraum in einem speziell für sie eingerichtetem Aquarium zusammengehalten werden, z.B. lebendgebärende Zahnkarpfen wie Guppy, Platy, Schwertträger und Black Molly. Sollen verschiedene Arten miteinander in einem Aquarium gehalten werden, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Fische hinsichtlich des Sozialverhaltens sowie ihrer Ansprüche an die Wassertemperatur und -qualität zueinander passen. Außerdem muss die Einrichtung des Aquariums den Bedürfnissen aller Arten gerecht werden. Wählen Sie die Fischpopulation so aus, dass jeder Art genug Fläche bleibt, um sich zu entfalten. Die Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser) finden Sie in einem Gutachten
des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) von 1997.

Vergesellschaftung
Allgemeine Aussagen über die Besatzdichte erscheinen nicht sinnvoll, da sie von zu vielen Variablen (z.B. Fischart, Alter, biologische Aktivitätsphase, Ausstattung, Zahlenverhältnis der Geschlechter, Größe des Aquariums) abhängen und deshalb zu stark vereinfacht werden müssten. Als Richtwert kann dem Anfänger die Formel "1 cm Fisch auf 1 Liter Wasser" zunächst als Orientierungshilfe für die mögliche Anzahl der Fische im Aquarium dienen.
Jede Fischart sollte im Aquarium entsprechend ihrer natürlichen Sozialstruktur gehalten werden, d.h. in Schwärmen lebende Fische in Gruppen von mindestens 10, gesellige Fische in Gruppen von mindestens 5 Fischen, paarweise lebende Fische entsprechend paarweise und Einzelgänger einzeln.

Aquarium / Standort

  • Die Aquariengröße ist unbedingt dem Platzbedarf der Fische anzupassen (genaue Angaben s. Gutachten). Da die Wasserqualität umso stabiler ist, je größer das Wasservolumen eines Aquariums ist, sollte das Aquarienvolumen für die dauerhafte Haltung 60 l nicht unterschreiten. Als absolutes Mindestmaß für die dauerhafte Haltung wird ein Aquariumvolumen von 54 l angegeben.
  • Bei Fischen, die springen (z.B. lebendgebärende Zahnkarpfen) muss das Aquarium abgedeckt werden.
  • Standort: auf einem stabilen Tisch am besten auf einer 0,5-1cm dicke Styroporplatte (Isolation), geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, Deckentraglast beachten.
  • Der Boden des Aquariums sollte nicht durchsichtig sein.
  • Die Mindestanforderungen an die Haltungsbedingungen in Bezug auf Wassertemperatur, Wasserhärte, pH-Wert und Schadstoffgehalt für die am häufigsten gekauften Fischarten werden in dem Gutachten des BMEL tabellarisch aufgelistet.
  • Haltungsbedingungen jenseits der in diesem Gutachten angegebenen Grenzen sind nicht akzeptabel.



Ausstattung
Die Ausstattung eines Aquariums muss sich nach den Bedürfnissen der Fische richten, dazu gehören:

  • Versteck- und Deckungsmöglichkeiten (Steine, Wurzeln, Pflanzen)
  • Technische Einrichtung zur Sicherung der Wasserqualität (Filter, Heizung, Lüftung, Wasseraufbereiter).
  • Bodengrund: Kies (hell) oder Blähton, Basalt- oder Lavasplit mit abgerundeten Kanten (dunkel).
  • Die Größe des Schwimmraumes muss den artspezifischen Bewegungsbedürfnissen entsprechen.
  • Beleuchtung (Leuchtstoffröhre) mit Zeitschaltuhr über 12-14 Stunden täglich.



Fütterung

  • Die meisten der häufig gekauften Fischarten sind Allesfresser, für die im Handel zahlreiche Fertigfutter und Frostfuttersorten, verschiedenstes gefriergetrocknetes Futter und zahlreiche Lebendfutterorganismen erhältlich sind.
  • Für eine ausgewogen Ernährung verfüttern Sie am besten abwechselnd verschiedene Futtersorten.
  • In der Regel werden Fische im Aquarium eher überfüttert, was zur Verfettung führen kann.



Reinigung / Kontrolle

  • Täglich: Kontrolle der Fische, der Wassertemperatur und der Geräte sowie Entfernung von abgestorbenen Pflanzenteilen und toter Fische.
  • Alle 1-3 Wochen: Wasserwechsel (1/4 bis 1/3 des Wassers) und zeitlich versetzt dazu Filterreinigung.
  • Mindestens alle 14 Tage sollten die Wasserparameter Nitrit- und Nitratgehalt sowie der pH-Wert kontrolliert werden.
  • Nicht alles (Becken, Filter und die Einrichtung) gleichzeitig reinigen!
  • Fische dürfen keinen plötzlichen Veränderungen der Wasserwerte ausgesetzt werden.



Häufige Erkrankungen
Vergesellschaftung ungeeigneter Arten, zu dichter Besatz, Verfettung, die falsche (komplette) Reinigung, die zu späte Entfernung toter Fische und eine mangelnde Quarantäne könne zu Krankheiten und Verlusten im Aquarium führen.

Beim Kauf beachten: Bevor Sie ein neues Aquarium mit Fischen besetzen, planen Sie unbedingt 4-6 Wochen "Leerlauf" ohne Fische ein. Diese Zeit ist empfehlenswert, damit sich das sensible Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren in einem Aquarium (z.B. Wassertemperatur, Wasserhärte, Mineralstoffe, Nitratbelastung, Bakteriengehalt) einpendeln kann. Überprüfen Sie während dieser Zeit regelmäßig die Wassereigenschaften und berücksichtigen Sie diese am besten auch bei der Auswahl der Fische.
Bitte kaufen Sie keine extremen Zuchtformen (z.B. „Teleskopaugen“)!
Wenn Sie neue Fisch zukaufen, müssen diese unbedingt in Quarantäne, d.h. mind. 4 Wochen in ein 2. Aquarium mit gesonderten Geräten und Hilfsmittel, weil Neuzugänge sehr krankheitsanfällig sind.

Sonstiges
Aus Gründen des Tierschutzes sind Säulenaquarien, Wandbildaquarien und Goldfischgläser abzulehnen! In Goldfischkugeln und Säulenaquarien fehlen Rückzugsmöglichkeiten und der Gasaustausch an der Wasseroberfläche.