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Heimtierhaltung

Chinchilla

Chinchilla

Chinchillas sind Nagetiere und gehören zur Familie der Hasenmäuse (Chinchillidae). Man unterscheidet zwischen den Kurzschwanz- und Langschwanzchinchillas. Ihr ursprünglicher Lebensraum sind die kargen südamerikanischen Anden, wo ihnen die natürlichen Höhlen und Felsspalten in rund 5.000 Metern Höhe als Unterschlupf dienen. Sie sind entsprechend gute Kletterer, obwohl sie keine Krallen haben. Chinchillas können darüber hinaus hervorragend springen, selbst in der Dämmerung und nachts, wo sie vorwiegend aktiv sind. Ihre Lebenserwartung liegt zwischen 15 und 20 Jahren. Unter natürlichen Bedingungen leben sie in Rudeln.

Haltung
Da die Tiere unter natürlichen Bedingungen in Rudeln leben, sollten sie auch in Gefangenschaft paarweise oder in Kleingruppen gehalten werden. Am besten vertragen sich Tiere, die miteinander aufgewachsen sind. Die Haltung zusammen mit anderen Heimtieren ist nicht zu empfehlen. Bei Käfighaltung muss den Tieren in den Abendstunden Auslauf unter Aufsicht (Vorsicht: Benagen von Möbeln und Stromkabeln) ermöglicht werden.

Käfig
Chinchillas können entweder in einem rechteckigen Gitter- oder Kistenkäfig (120cm Höhe x 60cm Tiefe x 100cm Breite) oder besser in einer Zimmer- oder Außenvoliere gehalten werden. Dabei ist auf eine dreidimensionale Raumaufteilung mit Sitzbrettern aus Hartholz in unterschiedlicher Höhe, flachen Steinen, Schlupfhöhlen, Kletterästen und einem Sandbad zur Fellpflege (Spezialsand für Chinchillas, kein Vogelsand) zu achten. Als Einstreu sollten Kleintierstreu verwendet werden. Als Ausstattung gehören außerdem in den Käfig: Trinkflasche, Heunapf, standfeste Futternäpfe und ein Schlafhaus.

Futterreste sowie Kot- und urinverschmutzte Einstreu müssen täglich entfernt werden. Futter- und Trinkgefäße täglich, den Käfig und das Sandbad einmal in der Woche komplett mit heißem Wasser reinigen. Einmal im Monat sollten die Kletteräste ausgetauscht oder mit heißem Wasser gereinigt werden.

Standort
Der Käfig oder die Voliere sollte sich an einem ruhigen Standort befinden, an dem die Tier weder hohen Temperaturen noch Zugluft ausgesetzt sind. Die Idealtemperatur für Chinchillas liegt bei 15°C. Da die Tiere relativ anfällig für Infektionen sind, sollte unbedingt auf Hygiene und Trockenheit im Gehege geachtet werden.

Fütterung

  • Frisches Wasser zur freien Verfügung
  • Gutes frisches Heu zur beliebigen Aufnahme
  • Spezial-Pellets oder Mischfutter für Chinchillas
  • Gelegentlich Mohrrüben, Löwenzahn, Apfel als Grünfutter
  • Vereinzelt Rosinen oder Hagebutten als Leckerbissen
  • Ungespritzte Zweige oder Gasbetonsteine zur Zahnpflege



Häufige Erkrankungen
Im Allgemeinen sind Chinchillas sehr anfällig für Darmerkrankungen, die meist durch ungeeignetes Futter (zu fett, kalt oder verdorben) oder plötzliche Futterumstellung verursacht werden. Aber auch Zahnfehlstellung und Erkrankungen der Maulhöhle kommen häufiger vor. Durch Zugluft oder zu hohe Luftfeuchtigkeit werden Erkältungs- und Atemwegserkrankungen verursacht.

Frisst das Chinchilla nicht, sollte innerhalb von einem Tag der Tierarzt aufgesucht werden. Auch bei Anzeichen von Durchfall oder Verstopfung sollte das Tier umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden.

Eignung als Heimtier
Chinchillas sind Rudeltiere und dürfen auf keinen Fall alleine gehalten werden. Außerdem brauchen sie viel Auslauf und Bewegungsmöglichkeiten. Chinchillas können ohne Probleme draußen gehalten werden. Allerdings benötigen sie unbedingt eine Möglichkeit zum Sandbaden, um ihr Fell ausreichend zu pflegen. Chinchillas werden schnell zutraulich und handzahm. Da es sich jedoch um dämmerungs- und nachtaktive Tiere handelt, sollte man sich entsprechend abends mit den Tieren beschäftigen wollen. Weiterhin ist vor der Anschaffung die hohe Lebenserwartung der Tiere zu berücksichtigen sowie ihren Nagedrang. Chinchillas eignen sich nicht als „Kuscheltiere“ und sind deshalb als Spielkameraden für Kinder nicht geeignet.