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Heimtierhaltung

Hamster

Hamster

Der Syrische Goldhamster stammt ursprünglich aus der syrischen Steppe. Er ist ein Einzelgänger und reagiert aggressiv auf Artgenossen, ausgenommen in der Paarungszeit. Etwa sechs Mal pro Jahr dulden die Weibchen daher kurzfristig ein Männchen in ihrer unmittelbaren Nähe. Ihre Lebenserwartung beträgt 1-2 Jahre. Goldhamster sind nachtaktive Tiere. Zwerghamster sind auch am Tag aktiv. Beide haben ein großes Bewegungsbedürfnis. Unter natürlichen Bedingungen legen Hamster bei der Nahrungssuche weite Strecken zurück. Tagsüber schläft der Goldhamster in einem unterirdischen Bau, der wie ein Röhrensystem angelegt ist. Beginnt der Winter, verstopft er seinen Bau und fällt bis zum Frühjahr in einen Winterschlaf.

Haltung
Goldhamster sind absolute Einzelgänger, die einander schwere Verletzungen zufügen können, wenn sie zusammen in einen Käfig gesperrt werden. Zwerghamster können auch in Gruppen gehalten werden.

Hamster sollten in ausreichend großen Käfigen (Mindestmaße: 100 x 50 x 50 cm) gehalten werden, die Schlafhäuschen, Vorratshäuschen, Futternäpfe, eine Trinkflasche, Klettergeräte und ein verletzungssicheres Laufrad beinhalten. Ein Käfig mit mehreren Etagen bietet dem Hamster eine größere Auslauffläche. Die Gitterstäbe sollten unlackiert und waagrecht angelegt sein, da Hamster gerne klettern. Der Käfig sollte an einem ruhigen Ort stehen, in der die Temperatur nicht unter 18°C sinkt. Als Einstreu sollten Heimtierstreu (möglichst tief, ca. 10 cm), Stroh und Heu dienen. In keinem Fall sollten unverdauliche Kunststoffe verwendet werden. Dagegen sind vollverdauliche Hamsterwatte oder Heu als Nestbaumaterial unverzichtbar. Zur Beschäftigung könne z.B. Stroh oder Papprollen angeboten werden. Der beste Standort für den Hamsterkäfig ist 50-100 cm über dem Fußboden in einer ruhigen, vor Zugluft geschützten Ecke. Hamster haben ein sehr empfindliches Gehör und eine sehr empfindliche Nase. Lärm (z.B. vom Fernseher) und Zigarettenrauch sind daher zu vermeiden.

Futter- und Trinkgefäße müssen täglich gereinigt, Futterreste, Kot- und urinverschmutzte Einstreu mindestens alle zwei Tage entfernt werden. Einmal in der Woche muss der komplette Käfig mit heißem Wasser gesäubert werden. Auch die Schlaf- und Vorratshäuschen sollten regelmäßig auf verdorbene Futtervorräte kontrolliert werden (abnehmbares Dach).

Fütterung
Es sollte immer Heu zur Verfügung stehen. Hamster sollten abends mit speziellen Körnermischungen für Hamster und verschiedenen Salat-, Gemüse- und Obstsorten gefüttert werden. Gelegentlich sollte man den Tieren als Quelle tierischen Eiweiß auch hartgekochte Eier, Milchprodukte, Hundetrockenfutter, Mehlwürmer oder Grillen anbieten. Nüsse und Sonnenblumenkerne sollten nicht täglich gefüttert werden, da diese viel Fett enthalten. Weiterhin sollte man sie zur „Zahnpflege“ und zur Beschäftigung mit ungeschälten Nüssen, Heu, Mohrrüben, Hirsekolben, getrocknetem Brot und Zweigen von ungespritzten Bäumen mit Knospen versorgen.
Plötzlicher Futterwechsel oder verdorbenes Futter können Durchfallerkrankungen und Darmentzündungen hervorrufen.

Häufige Erkrankungen

  • Durchfall, Darminfektionen
  • Verstopfung der Backentaschen


Beobachten Sie bei Ihrem Hamster Krankheitsanzeichen wie Durchfall, Apathie, starkes Speicheln oder starken Juckreiz, dann sollten Sie den Hamster ihrem Tierarzt vorstellen.

Insbesondere für Hamster gibt es viel tierschutzwidriges Zubehör. Bitte kaufen Sie keine Laufräder mit offener Rückwand und keine „Spielgeräte“ (z.B. Hamsterkugeln) in denen Hamster eingeschlossen werden.

Ber Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) hat eine Checkliste über tierschutzwidriges Zubehör
herausgegeben, in der zweifelhafte Heimtierprodukte aufgeführt werden.

Eignung als Heimtier
Auf Grund ihrer Nachtaktivität sind Hamster nur bedingt als Heimtier geeignet, insbesondere nicht für Kleinst- und Kleinkinder. Auf Störungen am Tage reagieren sie aggressiv (Abwehrbisse) oder mit Verhaltensstörungen. Außerdem sind es keine Kuscheltiere, obgleich sie schnell recht zahm werden. Darüber hinaus besitzen Hamster ein großes Bewegungsbedürfnis und sind sehr neugierig. Daher benötigen sie viel Auslauf und Abwechslung, und zwar nachts! Außerdem nagen sie gerne.

Hinweis zur Gesundheitsvorsorge von dem Merkblatt der TK Berlin:
„Junge Hamster können in seltenen Fällen mit dem Virus der ansteckenden Hirnhautentzündung infiziert sein und dieses auch auf den Menschen übertragen; Schwangere sollten keine Hamster unter 6 Monaten neu erwerben, da das Virus Schäden bei Ungeborenen hervorrufen kann.“