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Heimtierhaltung

Echsen

Echse

Bei den Echsen der Unterordnung Sauria, Ordnung Squamata, sind ca. 3000 rezente Arten bekannt. In der Heimtierhaltung von Echsen spielen tropische, subtropische und mediterrane Arten eine Rolle. Dementsprechend variieren auch die Anforderungen an die Haltung der Tiere im Terrarium. Die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien finden Sie in einem Gutachten
des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) von 1997.

Vergesellschaftung
Da Echsen ausgeprägte Sozialstrukturen entwickeln, ist meist nur die Haltung von Paaren oder von einem Männchen mit mehreren Weibchen möglich. Teilweise müssen die Tiere außerhalb der Paarungszeit getrennt gehalten werden (z.B. Chamäleons). Werden Jungtiere vergesellschaftet, bei denen das Geschlecht noch nicht eindeutig festzustellen ist, kann es bei Eintritt der Geschlechtsreife unter den Männchen zu tödlichen Rivalitätskämpfen kommen.

Unterbringung
Die Gestaltung des Terrariums muss sich an dem natürlichen Lebensraum der Echsenart orientieren. Der Raumanspruch im Terrarium variiert sehr stark in Abhängigkeit von der erreichbaren Größe der Tiere (siehe Gutachten vom BMVEL).

Ausstattung

  • Versteckmöglichkeiten, Klettervorrichtungen
  • Adäquater Bodengrund mit Grabmöglichkeiten und Eiablageplätzen



Klima

  • Unterschiedliche Temperaturbereiche, gegebenenfalls Tag- und Nacht-Absenkung und jahreszeitliche Varianzen (siehe Gutachten vom BMEL)
  • Luftfeuchtigkeit ist wichtig, aride Arten benötigen eine geringe Luftfeuchtigkeit, Tiere aus dem tropischen Regenwald dagegen eine hohe Luftfeuchtigkeit u.U. mit „Gewittergüssen“.
  • Ein regelmäßiger Luftaustausch ist wichtig, Zugluft muss dabei vermieden werden
  • Tagsüber ist eine sehr hohe Beleuchtung notwendig mit Rückzugszonen für die Tiere. Die meisten Tiere brauchen ausreichend UV-Licht. Bewährt hat sich die Osram Ultra Vita Lux-Lampe mit 300 W (20 min. täglich mit 80-100 cm Abstand) und die Leuchtstoffröhre „Reptisun® UVB 5.0“ (12 Stunden pro Tag). Leuchtstoffröhren müssen alle 6 Monate ausgetauscht werden, da der UV-Anteil dann praktisch gegen Null geht.
  • Bei Arten aus mediterranen oder gemäßigten Zonen u.U. auch Überwinterung an einem kühlen Ort außerhalb des Terrariums.



Fütterung
Auch das Futterangebot muss an den natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst werden. Die meisten Echsen sind Alles- oder Fleischfresser, viele davon sind Insektenfresser. Nur wenige, aber dafür sehr beliebte Arten, zu denen der Grüne Leguan gehört, sind Pflanzenfresser. Diese Tiere akzeptieren zwar auch eine Gemischtkost, allerdings können sie davon krank werden (Stoffwechselstörungen, Gicht).

    • Grundsätzlich möglichst abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Futter verwenden.
    • Auf eine ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen achten.
    • Bei Insekten- und Fleischfressern muss auch auf die Ernährung der Futtertiere geachtet werden. Diese können durch eine vitamin- und mineralstoffreiche Fütterung als Futtertiere aufgewertet werden.
    • Im Handel erhältliche Fertigfutter in Pelletform für herbivore Leguane sollten nicht als Alleinfutter verwendet werden.



Häufige Erkrankungen

      Die meisten Erkrankungen sind primär haltungsbedingt, wenn auch sekundär meist Krankheitserreger festzustellen sind. Mangelhafte oder fehlerhafte Fütterung kann u.a. zu Mangelzuständen führen, die sich in fehlerhafter Häutung oder Skelettdeformationen äußern können.



Beim Kauf beachten

      Beachten Sie bitte unbedingt die Artenschutzbestimmungen (CITES)!!

 

      Wird ein neues Tiere in einen bestehenden Bestand zugekauft, muss dieses zunächst immer in Quarantäne. Sonst können sich Krankheiten unter dem Einfluss des Sozialstresses beim Eingewöhnen rasch ausbreiten.



      Da es gerade bei den Reptilien sehr wichtig ist, dass sich die Haltungsbedingungen an den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere orientiert, sollten Sie sich vor dem Kauf ausführlich über die gewünschte Reptilienart und ihre Lebensansprüche informieren.



Eignung als Heimtier

      Echsen sollte nur halten, wer sich ausreichend über die Bedürfnisse dieser Tiere informiert hat und bereit ist, diese zu berücksichtigen. Beschränkungen in der Haltung von Echsen ergeben sich aus der erreichbaren Größe der Tiere, aus deren Gefährlichkeit und natürlich aus deren Schutzstatus entsprechend des Arten- und Naturschutzgesetzes.

 

    Chamäleons sollten nur von Spezialisten gehalten werden!