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Wurmbefall beim Hund

Hakenwürmer

Ancylostoma lebt im Dünndarm des Hundes

Hakenwurmbefall bei Welpen
Hakenwürmer kommen bei Welpen wie bei erwachsenen Hunden deutlich seltener vor als Spulwürmer. In Deutschland und den gemäßigten Klimazonen Europas ist Uncinaria stenocephala am weitesten verbreitet. Bei einer Untersuchung von Kotproben von Hunden aus ganz Deutschland ergab sich ein Anteil von 8,6 Prozent der Endoparasiten-positiven Hunde (Barutzki 2003). In der Schweiz wurde eine Befallshäufigkeit von 6,9 Prozent ermittelt (Sager et al. 2006). Bei Welpen ist grundsätzlich aufgrund der Übertragung von Wurmlarven mit der Muttermilch von einer höheren Befallshäufigkeit auszugehen.

Klinische Symptome
Ein Hakenwurmbefall bei Welpen und Jungtieren äußert sich in Abhängigkeit von der Befallsstärke, vom Alter und dem Ernährungszustand sowie von der Immunitätslage des Wirts durch Abmagerung, rasche Ermüdung, blutigen Durchfall, Flüssigkeitsverlust und mehr oder weniger ausgeprägte Blutarmut (Suter 2006). Bei einer gleichzeitigen Eiweißmangelernährung sind die Symptome ausgeprägter. Der Befall mit Spulwürmern kann durch die Larvenwanderung Schäden in Leber und Lunge verursachen. Diese können wiederum zu Aktivitätssteigerungen leberspezifischer Enzyme bzw. zu Pneumonie und Husten sowie Nasenausfluss führen. Der starke Befall des Darms kann das Allgemeinbefinden verschlechtern, häufiges Erbrechen und einen aufgeblähten und schmerzhaften Bauch verursachen (Suter 2006). Verstopfungen können im Wechsel mit schleimigen, zum Teil blutigem Kot auftreten. Blutarmut und intermittierendes Fieber sind weitere Symptome. Allmählich führt die Abmagerung und die Mangelernährung zu einer Entwicklungsverzögerung und schließlich zu einem Wachstumsstillstand. Das äußere Erscheinungsbild wird durch ein struppiges und glanzloses Haarkleid dominiert. In seltenen Fällen treten nervöse Störungen auf oder die Parasiten durchbohren den Darm. Todesfälle werden bei einem massiven Befall ab der zweiten oder dritten Woche beobachtet. Besonders gefährdet sind geschwächte oder gestresste Welpen (Suter 2006).

Infektionswege
Die Infektion mit den Hakenwürmern erfolgt entweder in den ersten Lebenstagen galaktogen über die Muttermilch oder sie erfolgt direkt perkutan durch die Haut. Der perkutane Infektionsweg ist jedoch seltener. Außerdem ist eine Infektion über paratenische Wirte möglich.

Behandlung
Welpen sollten auf Grund der hohen Wahrscheinlichkeit einer galaktogenen Infektion bereits im Alter von 2 Wochen mit einem geeigneten Helminthikum wie z.B. Fenbendazol behandelt werden. Dadurch wird die Entwicklung der geschlechtsreifen Stadien und somit auch die Eiausscheidung verhindert. Wird ein Wirkstoff wie Fenbendazol verwendet, kann gleichzeitig die ovizide Wirkung ausgenutzt werden. Die Behandlung sollte regelmäßig während der Laktation wiederholt werden.

Hakenwurmbefall beim adulten Hund
Die Verbreitung der Hakenwürmer ist klimaabhängig. In Europa kommen bei Hunden vorwiegend Uncinaria stenocephala und Ancylostoma caninum vor. Eine Untersuchung von Hunden in Tierheimen in der Region Warschau in Polen waren zwischen 10 und 47 Prozent der Hunde mit U. stenocephala infiziert. Bei Haushunden in der Region Warschau betrug der Anteil 3-4 Prozent. Eine Untersuchung von Greyhound-Rennhunden in England ergab einen Anteil von 42 Prozent (Eckert 2000). In einer Untersuchung von Hunden in Deutschland wird die Befallsrate mit Ancylostomen mit 8,6 Prozent bei Endoparasiten-positiven Hunden angegeben (Barutzki 2003).

Die Infektion mit U. stenocephala erfolgt vorwiegend oral durch die Aufnahme infektiöser Larven. Außerdem ist auch eine Infektion über paratenische Wirte wie z.B. Nagetiere sowie galaktogen über die Muttermilch möglich. Der Infektionsweg über die Penetration der Haut ist nur in Ausnahmefällen nachweisbar (Eckert 2000). Nach der Larvenwanderung, die sich nach dem Infektionsweg richtet, siedeln sich die Larven im Lumen des Dünndarmes an, wo sie ihren Entwicklungszyklus beenden und geschlechtsreif werden.

Die Infektion mit Ancylostomen kann sowohl über die Haut als auch oral erfolgen, jedoch kommt es auch hier nach einer oralen Infektion zu einem wesentlich stärkeren Befall als nach einer perkutanen Ansteckung (Eckert 2000).

Die beim Eindringen der Larven und die bei der Larvenwanderung entstandenen Schäden bestimmen das Krankheitsbild. Bei perkutaner Infektion kann es zu Juckreiz und einem Ekzem kommen. Durch die Lungenpassage und die damit einhergehenden Veränderungen in der Lunge kann Husten provoziert werden. Im Dünndarm heften sich die adulten 1-2 cm langen Hakenwürmer an die Schleimhaut und verursachen je nach Befallsstärke neben Durchfall und Wasserverlusten auch Blut- und Eiweißverluste. Der Grad der klinischen Erscheinungen einer Ancylostomose ist jedoch von der Befallsstärke, vom Alter und dem Ernährungszustand des Wirts sowie vom Immunstatus abhängig. Am stärksten erkranken junge Tiere ohne ausreichenden Immunitätsschutz und bei Eiweißmangelernährung.