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Chlamydieninfektion der Katze

Infektionswege

Chlamydien werden durch direkten Kontakt mit Konjunktivalsekreten (Huebner 2008) und indirekt über Sekrete oder als Tröpfcheninfektion (Hartmann, Hein 2002) übertragen. Eine Infektion über den Deckakt konnte bislang nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, obwohl nach experimenteller Infektion eine Erregerisolierung auch aus Vaginal- und Rektalabstrichen gelang (Hartmann, Hein 2002).

Nachdem sich C. felis vor allem in den Epithelzellen der Lidbindehäute vermehrt hat, dauert die Ausscheidung der Elementarkörperchen bis zu 60 Tage (Hartmann 2003). Bei Koinfektionen mit anderen Erregern (z.B. felines Herpes- oder Calicivirus) ist auch eine längere Ausscheidung möglich (Anonymus 2008). Die Elementarkörperchen bleiben in der Umwelt jedoch nur wenige Tage infektiös.
In Tierbeständen kann die Infektion hingegen über Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben (Hartmann, Hein 2008).

Persistierende Infektionen sind möglich (Huebner 2008). Für auftretende Rezidive scheint ein chronisches Trägerstadium verantwortlich zu sein, bei dem eine Reaktivierung durch Stress möglich ist (Hartmann, Hein 2002; Hartmann, Hein 2008).

Bei experimentell infizierten Katzen konnten auch Lahmheiten durch immer wiederkehrende Gelenksentzündungen beobachtet werden. Eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, wie beim Schaf beschrieben, ist bei Katzen nicht bewiesen. Bei Tieren, die durch FIV- oder FeLV-Infektionen immunsupprimiert sind, kann es unter natürlichen Bedingungen zu genitalen Infektionen mit Rötung, Schwellung und Ausfluss kommen (Hartmann, Hein 2002).