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Studie bestätigt: Hunde können Gedanken lesen
23.07.2021
Forschende des Clever Dog Labs an der Vetmeduni Vienna konnten in einer aktuellen Studie belegen, dass Hunde „Gedanken lesen“ können. Nachdem frühere Untersuchungen an Hunden zeigten, dass die Vierbeiner die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel haben, einer Vorstufe des Verstehens von Überzeugungen, prüften die Wiener WissenschaftlerInnen nun anhand eines Verhaltenstests, ob die Tiere auch den Unterschied zwischen einer wahren und einer falschen Überzeugung (von Menschen) erkennen können. Dieses sogenannte „False Belief“-Verständnis ist so etwas wie der „Goldstandard“, um den Beginn des „Gedankenlesens“ („Mindreading“ oder „Theory of Mind“) bei Kindern im Alter von etwa vier bis fünf Jahren zu demonstrieren. Bei einem nonverbalen Spiel hatten zwei Gruppen mit insgesamt 200 Hunden die Möglichkeit, Futter in einem von zwei Behältern zu finden. Zunächst sahen die Hunde, wie eine Studentin (die „Versteckerin“) nacheinander das Futter zunächst in Behälter A platzierte und später in Behälter B umlagerte. Bevor die Hunde jedoch ihre Wahl treffen durften, erhielten sie von einer anderen Person (der „Kommunikatorin“) einen Hinweis auf den Ort des Verstecks (einmal falsch und einmal richtig), obwohl die Hunde alles sehen konnten. „Erstens wählten die meisten Hunde den richtigen Behälter B, sie passten offenbar gut auf und ließen
sich nicht vom doppelten Verstecken beirren. Das zweite und vielleicht wichtigste Ergebnis war, dass von den restlichen Hunden, welche dem falschen Hinweis folgten, ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Hundegruppen bestand“, beschreibt Ludwig Huber, Leiter des Messerli Forschungsinstituts, den Test. Damit kann die Hypothese bestätigt werden, dass Hunde den Unterschied zwischen den Überzeugungen der beiden Kommunikatorinnen im Test erkannten. „Das dritte Ergebnis war überraschend, denn anders als bei Kindern und Menschenaffen taten dies mehr Hunde in der Gruppe der Kommunikatorin mit der falschen Überzeugung.“ Terrier stachen bei dem Verhaltenstest besonders heraus: sie verhielten sich wie Menschenkinder und Menschenaffen, indem sie dem irreführenden Hinweis der Kommunikatorin mit falscher Überzeugung seltener folgten. Die Ergebnisse legen nahe, dass Hunde ein implizites Verständnis falscher Überzeugungen haben. Tierärzte können mehr über die Fähigkeiten und die Psyche von Hunden sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen und Verhaltensstörungen in der mehgrteiligen E-learnig-Reihe Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de. Diese E-learning-Reihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung sowie für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweises für Hundehalter.
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