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Spürhunde sollen Coronainfektionen erschnüffeln
09.07.2020
Aktuell testen die Bundeswehr und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover in einem Forschungsprojekt, ob sich Spürhunde mit ihrer feinen Nase auch eignen, um Corona-Infektionen zu erschnüffeln. An der Diensthundeschule in Ulmen werden momentan zehn Diensthunde der Streitkräfte ausgebildet, bestimmte Komponenten im Speichel am Geruch eines Infizierten wahrzunehmen. Bestimmte Hunderassen wie Schäferhunde, Spaniel und Retriever sind besonders geeignet, eine drohende Unterzuckerung von Diabetikern und verschiedene Krebserkrankungen zu am Geruch zu erkennen und werden von der Bundeswehr zudem als Sprengstoff- und Minenspürhunde ausgebildet. „Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen“, erklärt Oberstabsveterinärin und Fachtierärztin für Tierverhalten Esther Schalke, die in dem Forschungsprojekt das „ideale Zusammenspiel von Wissenschaft
und praktischer Anwendung“ sieht. Schon innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen will die Dienstschule die ersten belastbaren Ergebnisse präsentieren. „Wir brauchen noch etwa drei bis vier Wochen, bis uns belastbare Ergebnisse vorliegen. Dann werden wir ziemlich genau sagen können, ob unsere Hunde in der Lage sind, die neuartigen Coronaviren aufzuspüren“, sagt Schalke, die das Projekt leitet. Sollten die Tests positiv ausfallen, wird als nächster Schritt das Erschnüffeln von aktiven Coronaviren angegangen. „Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann“, erklärt TiHo- Doktorandin Paula Jendrny. Es wird also noch eine Weile dauern, bis die Corona-Spürhunde vollständig einsatzfähig sein könnten. Und dann wird laut der Diensthundeschule „eine Diskussion nötig sein, in welchen zivilen und militärischen Bereichen diese Hunde ihren Dienst verrichten sollen“.
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