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Gesichtsschur bei Hunden verstößt gegen Tierschutzgesetz
05.02.2020
Laut einem Gutachten, das im Auftrag der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) von unabhängigen Experten erstellt worden ist, wird das Rasieren der Tasthaare (Vibrissen) bei Hunden aus kosmetischen Gründen als Verstoß gegen das österreichische Tierschutzgesetz betrachtet. „Es wird die Auffassung vertreten, dass das Abschneiden von Vibrissen bei Hunden aus tierschutzrechtlicher Sicht verboten und aus veterinärfachlicher, biologischer und tierethischer Sicht abzulehnen ist“, sagt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien. „Unseres Erachtens gibt es hier keine Zweifel: Wer seinem Hund alleine aufgrund von in Rassestandards festgelegten Schönheitsidealen die Tasthaare entfernt, verstößt gegen
das Tierschutzgesetz“, so Persy weiter. Zwar gibt es keine aussagekräftigen Studien, die belegen, welche Funktion Vibrissen zugeschrieben werden. Doch wird angenommen, dass diese den Hunden beispielsweise zur Orientierung im Dunkeln, zur Wahrnehmung von Umgebung und Objekten sowie zur Kommunikation dienen. Dem österreichischen Tierschutzgesetz nach dürfen Eingriffe an Vibrissen nur nach einer veterinärmedizinischen Indikation vorgenommen werden. In Deutschland ist die Gesichtsschur bei Hunden ebenfalls verboten. „Es muss für alle Beteiligten klar sein: Das ist keine „Pflege“, das ist kein harmloses „Frisieren“, sondern ein nicht zu rechtfertigender Eingriff am Tier“, erklärt Persy abschließend.
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