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BfN-Studie zum Wolf erntet starke Kritik
15.05.2020
Die Studie "Habitatmodellierung und Abschätzung der potenziellen Anzahl von Wolfsterritorien in Deutschland" des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat beim Deutschen Bauernverband (DBV) für große Entrüstung gesorgt. „Diese Studie zeichnet ein bizarres und weltfremdes Szenario und ist ein Affront für alle Weidetierhalter. Es ist grotesk, vor dem Hintergrund der massiven ungelösten Probleme mit der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland mit einer Vervielfachung des aktuellen Bestandes zu kalkulieren. Eine solch massive Ausbreitung des Wolfes ist schlichtweg fern jeder Realität. Wir haben keinerlei Verständnis für solche Szenarien, mit denen die Wölfe nicht nur sprichwörtlich durch die Dörfer getrieben werden“, kritisiert DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Die BfN-Studie geht von 700 bis 1.400 Wolfsterritorien in Zukunft aus, was einen Wolfsbestand von 7000 bis 14000 Tieren in Deutschland mit sich bringen würde. Kritik erntet
der BfN dafür, dass neben den Möglichkeiten und Grenzen des Herdenschutzes auch die Akzeptanz des Wolfes im ländlichen Raum nicht thematisiert wird. „Mit einem Wolfsbestand in dieser Größenordnung würde die Weidetierhaltung zur Wolfsfütterung degradiert und die ländlichen Räume werden auf die Bereitstellung von Wolfshabitaten reduziert. Es ist unverantwortlich, sich so weit von der Realität im ländlichen Raum abzukoppeln und der Bevölkerung und den Weidetierhaltern über solche Planspiele eine faktisch unbegrenzte Ausbreitung des Wolfes aufzuoktroyieren. Der gute Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland und den Nachbarländern ist längst erreicht", so Krüsken. Der DBV-Generalsekretär fordert daher den Einstieg in ein Bestandsmanagement beim Wolf: „Wenn wir auch in Zukunft noch Weidetiere sehen wollen, muss es eine Festlegung eines vertretbaren Bestandes für Wölfe und eine Begrenzung des Verbreitungsgebietes geben."
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