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Österreichische Tierärztekammer gegen Telemedizin
26.05.2020
Ferndiagnosen verstoßen gegen das österreichische Tierärztegesetz. Daher prüft die Österreichische Tierärztekammer die Entwicklung und Anwendung von Telemedizin in der Veterinärmedizin genau. „Aufgrund der derzeit in der Veterinärmedizin geltenden Rechtslage und der aktuell noch fehlenden gesetzlichen (Sonder-) Regelungen für telemedizinische Anwendungen - vergleichbar mit der Humanmedizin -, sehen wir uns veranlasst derartige Entwicklungen zu prüfen“, so Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. So hat COVID-19 im Humanbereich eine Sonderregelung zur Telemedizin bewirkt. Diese gilt aber nicht automatisch auch für die Veterinärmedizin. Denn in der Tiermedizin ist die Untersuchung durch den Tierarzt/Tierärztin noch schwerer zu ersetzen, da die Tiere nicht über ihre Beschwerden sprechen können. Auch Videos, Bilder und Schilderungen, die von
BesitzerInnen übermittelt werden, können eine solche nicht substituieren, meint Frühwirth. Die physische unmittelbare Beurteilung, und damit auch die Untersuchung, seien essentieller Bestandteil einer dem veterinärmedizinischen Standard entsprechenden tierärztlichen Handlung, bekräftigt Frühwirth. „Eine Ferndiagnose, die ausschließlich auf fernmündlichem Wege, wie beispielsweise mittels Videochat erstellt wird, fällt zudem unter das Ferndiagnose- und Behandlungsverbot und verstößt auch gegen §24 Abs 1 Tierärztegesetz, der die persönliche und unmittelbare Berufsausübung definiert.“ Somit sei das derzeit marktschreierisch angekündigte und intensiv beworbene Geschäftsmodell einer tierärztlichen Online-Sprechstunde, das zudem von nichttierärztlichen Gesellschaften und Futtermittelanbietern betrieben wird, aufgrund zahlreicher Rechtswidrigkeiten unzulässig“, urteilt Frühwirth.
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