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Sandmücken breiten sich immer weiter Richtung Norden aus
07.07.2020
Die Sandmücke breitet sich in Süddeutschland immer weiter aus. Ursprünglich aus den Mittelmeerregionen stammend, wurden einzelne Exemplare bereits im Jahr 1999 in Deutschland entdeckt. Seitdem schreitet die Ausbreitung der Krankheitserreger übertragenden Insekten immer weiter Richtung Norden fort. In ihrer, von der Klaus Tschira Stiftung geförderten Doktorarbeit ist Sandra Oerther nun der Frage nachgegangen, wie weit die Mücken bereits gekommen sind, wo Sandmücken vorkommen und welche Gefahr von ihnen ausgeht. Dabei untersuchte die Doktrorandin neben dem Überträgerpotential auch die Art der Virus- und Parasiten-Last. In den vergangenen fünf Jahren konnte sie ungefähr 150 Individuen, die sie an allen bereits bekannten Orten sowie 15 zusätzlichen fand, näher analysieren. „Sie sind weiter verbreitet als bisher angenommen", bilanziert Oerther ihre Ergebnisse, „und wo sie einmal waren, findet man sie in der Regel wieder." Die Sandmücke ist als Überträger des Toskana-Virus und vor allem der Leishmaniose gefährlich für Mensch und Tier. Pro Jahr, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO, erkranken rund zwei Millionen Menschen weltweit an der Leishmaniose. Aber auch bei Hunden,
Katzen oder Pferden können die sogenannten Leishmanien zu schweren Erkrankungen führen. Leishmanien können neben Haut und Schleimhaut auch Milz, Leber, Knochenmark sowie Lymphknoten schädigen. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach Erregerart, Schwere des Befalls und Abwehrkraft der Infizierten. Die Leishmaniose zeigt bei Mensch und Tier meist unterschiedliche Krankheitsbilder. Bei ihren Untersuchungen hat Oerther bislang jedoch nur Sandmücken der Art Phlebotomus mascittii entdeckt, die für ihre Fortpflanzung nicht unbedingt auf eine Blutmahlzeit angewiesen sind. Leishmanien werden jedoch nur übertragen, wenn eine Sandmücke erst einen infizierten Wirt und dann einen Gesunden sticht. „Wenn neu auftretende Krankheitserreger frühzeitig erkannt werden und der Modus der Übertragung bekannt ist, können präventive Kontrollmechanismen besser entwickelt, untersucht und umgesetzt werden", erklärt die Doktorandin. Da es aktuell keinen wirkamen Schutz gegen den Parasiten gibt, können nur die gängigen Mittel des Mückenschutzes empfohlen werden. Auch für Hunde gibt es ein Präparat, dass vor Sandmücken schützt.
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