www.tierhalter-wissen.de

Weiterempfehlen

Aktuelle Meldungen

Stempelhengst nicht Verursacher des fragilen Fohlen-Syndroms
15.07.2020
Bisher wurde angenommen, dass das fragile Fohlen-Syndrom beim Warmblutpferd, eine schwere, meist tödliche, genetische Erkrankung bei Fohlen, auf den englischen Stempelhengst Dark Ronald XX oder dessen Vater Bay Ronald XX zurückzuführen ist. Forschende der Universitäten Göttingen und Halle konnten dies nun in einer Studie widerlegen. Die Ursache der Erbkrankheit liegt in der Mutation des Gens PLOD1. Untersuchungen der Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung in Verden legten nahe, dass der Gendefekt vermutlich auf den Stempelhengst zurückzuführen ist und dann über deren Nachkommen weiterverbreitet wurde. „Uns ist jetzt der Nachweis gelungen, dass Dark Ronald XX nicht Träger der PLOD1-Mutation war und somit als Verursacher ausgeschlossen werden kann“, erklärt Prof. Dr. Dr. Bertram Brenig, Direktor des Tierärztliches Instituts der Universität Göttingen und Hauptautor der Studie. Eine Untersuchung deutet eher auf einen 1861 geborenen Hannoveraner Hengst hin. Der
Vollbluthengst Dark Ronald XX hatte großen Einfluss auf die deutsche Pferdezucht. Das Tier wurde als Stempelhengst, also als Hengst mit überdurchschnittlicher Vererbungskraft, zunächst in Graditz und später in Altefeld eingesetzt. Nachdem Dark Ronald XX im Jahr 1928 in der Tierklinik der Universität Halle nach einer Darmkolik starb, wurden seine sterblichen Überreste wie Skelett, Herz und Haut in der haustierkundlichen Sammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg aufbewahrt. „Das ist ein glücklicher Umstand, da wir auf diese Weise Dark Ronald XX direkt auf das Vorhandensein der PLOD1-Mutation untersuchen konnten“, so Brenig. Die ForscherInnen konnten so kleine Stückchen der Haut von Dark Ronald XX untersuchen. Die Erkrankung entstand vermutlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Durch die Aufklärung des Gendefekts werden seither alle Zuchttiere konsequent getestet. LABOGEN besitzt als einziges Labor in Europa eine Testlizenz für den WFFS- Gentest der Cornell University.
Weitere Nachrichten