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Bestand der Nutrias in Europa nimmt rasant zu
07.08.2020
In immer mehr europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, nehmen die Nutriabestände dramatisch zu. Die ursprünglich aus Südamerika stammende Biberratte wurde einst zur Pelztierzucht eingeführt und im Zuge des Zusammenbruchs des Pelztierhandels ausgesetzt. Der Klimawandel begünstigt die rasante Verbreitung der invasiven Art, was vielerorts für Konflikte sorgt. Denn invasive Arten haben einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt und verursachen enorme Schäden. Zudem können Nutrias diverse Krankheiten, etwa die Toxoplasmose, übertragen. Laut einer aktuellen Studie von BiologInnen der Universität Wien könnte sich der nicht ganz bibergroße Nager in den nächsten Jahren noch weiter ausbreiten.
„Bei hohen Populationsdichten entstehen beträchtliche Schäden an Uferbefestigungen und in der Landwirtschaft, etwa auf Maisfeldern. Auch natürliche Lebensräume und seltene Pflanzenarten können geschädigt werden", erläutert Anna Schertler, Autorin der Studie. Seit einer EU-Verordnung im Jahre 2015 sind die anpassungsfähigen Tiere als invasiven Art erfasst. Das Ziel ist, eine weitere Ausbreitung in Europa zu verhindern. Dafür sei vor allem in urbanen Gebieten Aufklärungsarbeit wichtig, denn immer wieder werden die Nager von Personen gefüttert. „Auch sind viele länderübergreifende Vorkommen, etwa entlang von Grenzflüssen, zu finden. Hier ist eine koordinierte internationale Zusammenarbeit essentiell", so Schertler.
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