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Hitze-Tipps von Tierärzten für Hundehalter
11.08.2020
Wie es sich an den Hundstagen gehört, herrschen in ganz Deutschland aktuell hohe Temperaturen und ein wirklicher Wetterwechsel ist nicht in Sicht. Deshalb gibt die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) Tipps für den Umgang mit Hunden während der Hitzeperiode. Da Hunde lediglich an den Pfoten und an der Zunge über Schweißdrüsen verfügen, kühlen sie sich durch Hecheln ab. Wie für den menschen ist es auch für Hunde sehr wichtig, an heißen Tagen, an denen sie viel Flüssigkeit verlieren, den Flüssigkeitsverlust auch wieder auszugleichen. Daher sollten Hunde immer freien Zugang zu frischem Trinkwasser haben. Weiterhin sollte unbedingt immer ein schattiger Platz zur Verfügung stehen, möglichst mit kühlendem Untergrund. Besonders ältere und kurznasige Hunde wie Möpse oder Französische Bulldoggen sind sehr hitzeanfällig und können leichter überhitzen – durch ihren gezüchtete Nasenform sind die oberen Atemwege verkürzt und sie verfügen über viel weniger Wärmeaustauschfläche, sodass sie über das Hecheln nicht so gut abkühlen können. In Bezug auf die Fütterung ist keine Anpassung bei Hitze notwendig. Die längere Gassirunde sollte vornehmlich am frühen Morgen oder in den kühleren Abendstunden erfolgen, während Spaziergänge in der prallen Mittagssonne möglichst vermieden werden sollten. Auf ausgiebige Ballspiele sollte verzichtet werden. Durch die Sonne heitzt sich Sand und Asphalt stark auf und kann sehr heiß werden. Daran ist bei der Auswahl der Gassi-Strecke zu achten, da es sonst zu Verbrennung an den Hundepfoten kommen kann. Die TiHo rät hier, die Temperatur mit der Hand zuvor zu testen. Weiterhin können Hunde mit sehr hellem oder dünnen Fell Sonnenbrand bekommen. An unbehaarten Stellen sind alle Hunderassen gefährdet. Da viele Hunde Sonnencremes sofort ablecken, ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Produkte keine für den Hund giftigen Inhaltsstoffe enthalten.
Am besten greift man auf spezielle Tierprodukte zurück oder schützt den Hund vor massiver direkter Sonnenstrahlung. Bei einem Hitzschlag, der sich durch sehr starkes Hecheln mit erschwerter Atmung, einer sehr hohen Atemfrequenz und Herzrasen äußert, sollte der Hund als wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme umgehend gekühlt werden! Am effektivsten funktioniert das über Verdunstungskälte: Der Hund sollte mit kaltem Wasser komplett nass gemacht werden. Auf dem Weg zum Tierarzt sollte im Auto die Lüftung auf die maximale Kühlleistung eingestellt und alle Fenster geöffnet werden. Nicht zu empfehlen ist es, den Hund mit nassen Tüchern einzuwickeln, weil die Wärme so nicht über Verdunstung entweichen kann. Ebenfalls sollte kein Eiswasser bzw. Eis eingesetzt werden, weil sich dadurch die Blutgefäße verengen und der Wärmeverlust verringert wird. Hat der Hund eine Körpertemperatur von 42 Grad Celsius überschritten, ist das lebensgefährlich und kann auch nach einer initialen augenscheinlichen Stabilisierung noch zu verzögert eintretenden Problemen, wie massiven Gerinnungsstörungen oder Nierenversagen führen. Auf jeden Fall sollte der Hund bei Verdacht auf Hitzschlag einer Tierärztin oder einem Tierarzt vorgestellt werden. Wer seinem Hund durch ein Eis ein wenig Linderung verschaffen möchte, sollte auf spezielles Hundeeis zurückgreifen. Speiseeis für Menschen ist zu reich an Fett und Zucker. Auf gar keinen Fall dürfen Hunden mit Diabetikereis gefüttert werden, weil der darin häufig enthaltene Zuckerersatzstoff Xylit hochgiftig für sie ist. Eine Alternative ist noch selbst hergestelltes Hundeeis.
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