www.tierhalter-wissen.de

Weiterempfehlen

Aktuelle Meldungen

Hunde haben eine erschreckende Ökobilanz
02.09.2020
Ein Forscherteam des Fachgebietes Sustainable Engineering an der TU Berlin hat zum ersten Mal die Ökobilanz eines Hundes ermittelt. Dieses Ausmaß hat selbst die ForscherInnen überrascht. Denn neben den etwa 8,2 Tonnen CO2 scheidet ein 15 Kilogramm schwerer Hund im Laufe seiner 13 Lebensjahre auch eine Tonne Kot und ungefähr 2.000 Liter Urin aus. „Die 8,2 Tonnen CO2 entsprechen 13 Hin- und Rückflügen von Berlin nach Barcelona oder fast der Menge, die bei der Produktion eines Luxusautos der Mittelklasse, wie zum Beispiel eines Mercedes C250, emittiert wird“, sagt Prof. Dr. Matthias Finkbeiner, der die Untersuchungen leitete. In die Berechnungen der WissenschaftlerInnen flossen sowohl die Rohstoffe für das Futter und Ressourcen für dessen Herstellung als auch die Ressourcen für die Verpackung des Futters und seines Transportes ein. Weiterhin wurden die Umweltauswirkungen der Exkremente, die Produktion der Plastiktüten für deren Sammlung und die Ressourcen für die Straßenreinigung hinzu addiert. „Dass unsere Ökobilanz auf den Umweltauswirkungen des gesamten Tierfutters, das ein Hund im Laufe seines Lebens frisst, basiert, aber auch auf den Umweltauswirkungen
von Urin und Kot ist ein Novum“, erläutert Finkbeiner weiter. Gerade die Auswirkungen des Eintrages von Kot und Urin in die Umwelt seien bislang noch von keiner Ökobilanz erfasst worden. Besonders überrascht waren die ForscherInnen über die Auswirkungen von Tierfutter und Exkrementen der Tiere auf die Umwelt. „Wir haben für unsere Ökobilanz eines durchschnittlichen Hundes 15 Indikatoren, wir sprechen auch von Umweltwirkungskategorien, untersucht. Dazu zählen unter anderem der Klimawandel, Ozonabbau, Smog, die Eutrophierung von Gewässern, Versauerung von Böden, die Süßwasser-Ökotoxizität und die Landnutzung. Bei fast allen Parametern macht das Hundefutter mit circa 90 Prozent den Löwenanteil der Belastungen aus. Beim Indikator Süßwasser- Eutrophierung resultieren die Schäden allerdings zu etwa 90 Prozent aus dem Urin und Kot des Hundes. Die Süßwasserökotoxizität wird zur Hälfte durch den Kot verursacht“, so Finkbeiner. Auf Grund der erschreckenden Zahlen empfehlen die ForscherInnen dringend die Sammlung und geregelte Entsorgung des Hundekots, um die Natur zu schonen.
Weitere Nachrichten