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Hohe Prävalenz von Hepatitis-E-Viren in Leberwurst
10.09.2020
In Deutschland sind die gemeldeten Fälle von Hepatitis E in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen. Wurden im Jahr 2011 nur 238 Fälle gemeldet, waren es 2019 mit 3.727 fast 16-mal so viele. Im August 2020 lag die Zahl für das laufende Jahr bereits bei 2.280 bekannten Fällen. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler des tropenmedizinischen Instituts des Universitätsklinikums Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut, dem Bundesinstitut für Risikobewertung Berlin und der Medizinischen Hochschule Hannover eine Studie zum Nachweis des Hepatitis-E-Virus (HEV) in handelsüblicher Schweineleber und Schweinefleischprodukten in Deutschland durchgeführt. Für die Studie wurden Schweinelebern und Schweinefleischprodukte aus verschiedenen Supermärkten und Metzgereien in Tübingen, Reutlingen, Stuttgart und Dortmund auf das Hepatitis-E-Virus untersucht, um anschließend das Infektionsrisiko abschätzen zu können. „Das Ergebnis der Studie zeigt nun, dass mehr als zehn Prozent aller getesteten
Proben mit dem HEV kontaminiert sind“, erklärt Professor Dr. Thirumalaisamy P. Velavan vom Institut für Tropenmedizin. Der Nachweis von HEV-Genom ist in Schweinefleischprodukten viel höher als in Schweineleber; die Proben der Schweinelebern weisen einen Anteil von fünf Prozent nach, bei Leberwürsten sind es 13 Prozent. Unter Berücksichtigung der Herkunft HEV-positiver Fleischerzeugnisse konnte keine regionale Prävalenz festgestellt werden. „Nach Vergleichen mit früheren Studien deuten die Ergebnisse darauf hin, dass in Deutschland die Prävalenz von Hepatitis-E-Viren in Lebensmitteln mit Schweineleber seit zehn Jahren relativ unverändert und sehr hoch ist“, so Velavan weiter. Nicht untersucht wurde die Infektiosität des Virus, nachgewiesene Viren können daher bereits durch etwa entsprechende Erhitzung bei der Lebensmittelherstellung inaktiv sein. Das Hepatitis-E-Virus kann bei bestimmten Patientengruppen Leberversagen auslösen. In den Entwicklungsländern ist HEV für etwa 20 Millionen Infektionen und 70.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich.
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