www.tierhalter-wissen.de

Weiterempfehlen

Aktuelle Meldungen

Tiertragödie auf See ist politisches Totalversagen
24.03.2021
Drei Monate mussten mehr als 1.600 Rinder auf dem Transportschiff „Elbeik“ unter desaströsen Bedingungen aushalten. 179 Tiere sind schon während des Transports gestorben. Nun haben die spanischen Behörden entschieden, dass die Tiere notgetötet werden. Die Rinder sind stark abgemagert und völlig dehydriert. Viele waren in einem apathischen Zustand und kaum in der Lage, ihre Augen zu öffnen. Bereits einige Tage, nachdem die Elbeik mit Ziel Naher Osten abgelegt hatte, kam der Verdacht eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit an Bord auf. Die zuständige spanische Behörde unternahmen jedoch nichts. Die türkischen Behörden verhinderten jedoch, dass die Tiere entladen werden durften. Nach der bereits seit Wochen andauernden Irrfahrt sind die Tiere nun wieder am Ausgangshafen angekommen, durften jedoch auch nicht entladen werden. Denn sobald Lebendtiere aus der EU exportiert wurden, dürfen sie nicht mehr
in die EU (re-)importiert werden. „Die EU muss sich für dieses Totalversagen verantworten. Schon während der dreimonatigen Fahrt der ,Elbeik` sind 179 Rinder gestorben und über Bord geworfen worden. Das Schiff war laut den Veterinären überladen. Daher hatten die Tiere keine Möglichkeit, sich auf einer sauberen, trockenen Fläche hinzulegen; sie standen in ihrem Kot und Urin. Im Hafen von Cartagena wurden noch einmal zehn tote Tiere an Land gebracht. Nun müssen die restlichen Tiere einen völlig unnötigen Tod sterben – und das ist sogar noch die humanste Lösung. Wir verlangen Konsequenzen aus diesen unwürdigen Ereignissen. Wie viele Tiere müssen noch gequält und getötet werden, damit die Politik endlich handelt?“, beklagt Dr. Martina Stephany, Direktorin Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN. Die Tierorganisation fordert ein umgehendes Verbot von Tierexporten in Nicht-EU-Länder.
Weitere Nachrichten