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Wiener ForscherInnen weisen neuartiges Virus bei Echse nach
09.04.2021
WissenschaftlerInnen der Vetmeduni Wien haben bei der Untersuchung einer Schienenechse (Crocodilurus amazonicus) ein neuartiges Pockenvirus entdeckt, das eine enge Verwandtschaft mit dem Vogelpockenvirus (Avipoxvirus) aufweist. Diese Entdeckung unterstreicht die Möglichkeit eines Virusaustausches zwischen Vogel- und Reptilienarten. Die Wiener ForscherInnen hatten eine Echse eines privaten österreichischen Tierhalters, die aufgrund von massiven Hautläsionen und Gewichtsverlust eingeschläfert werden musste, untersucht. In den Läsionen wurde eine große Anzahl von Pockenvirus-ähnlichen Partikeln nachgewiesen. Eine Probe aus einer Hautläsion wurde schließlich positiv auf das Vorhandensein von Pockenvirus-DNA getestet. „Die enge Verwandtschaft des von uns untersuchten Pockenvirus mit Avipoxviren ist angesichts der mehr als 150 Millionen Jahre
alten phylogenetischen Trennung zwischen Vogel- und Reptilienarten und der Unterschiede in der Körpertemperatur überraschend. Viren sind meist sehr gut an die Körpertemperatur ihres Wirtes angepasst, Vögel liegen hier zwischen 38° und 42°C, die Körpertemperatur von Schienenechsen ist hingegen von der Umgebungstemperatur abhängig“, erklärt Erstautorin Kerstin Seitz. „Die große genetische Distanz zu Krokodilpockenviren könnte darauf hinweisen, dass die Pockenviren von Reptilien zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind. Daher sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich, um die Vielfalt der Pockenviren von Reptilien sowie deren Artenspezifität und Potenzial als Seuchenerreger zu untersuchen“, ergänzt Christiane Riedel vom Institut für Virologie der Vetmeduni Vienna. TFAs finden eine Online-Fortbildung zu Reptilien und ihr Handling unter www.tfa-fortbildung.de
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