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Wissenschaftler brechen Lanze für Artenspürhunde
05.05.2021
Hunde haben eine sehr feine Nase, die im Alltag vielfältig einsetzbar ist, z.B. ein Drogen-, Sprengstoff- oder Corona-Spürhund. Nun haben Wissenschaftler des Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung gezeigt, dass Hunde auch eine große Rolle beim Auffinden von seltenen Tierarten spielen können. Im Leipziger Helmholtz-Zentrum wird seit Jahren zu Fischottervorkommen geforscht, u.a. im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Fischotter sind jedoch sehr scheu, weshalb die Wissenschaftler auf Kotproben der Tiere zur Beurteilung ihrer Verbreitung angewiesen sind. Der Fischotterkot ähnelt jedoch sehr dem Kot von Minks, die sich in Deutschland auch immer weiter ausbreiten. „Ich habe deshalb nach einer Methode gesucht, mit der man die Proben sicher auseinanderhalten kann und bin schließlich bei Spürhunden gelandet", sagt Wissenschaftlerin Grimm-Seyfarth. Erste Versuche startete sie im Jahr 2012 mit ihrem eigenen Hund, später hat sie Spürhunde im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie ausgebildet. Um den Einsatz und das Potential von Artenspürhunden besser einschätzen zu können, hat sie gemeinsam mit Kollegen 1220 Publikationen ausgewertet,
die Einsätze solcher Suchhunde in mehr als 60 Ländern dokumentieren. Die Forscherinnen fanden in den Studien mehr als 400 Tierarten, die von Hunden aufgespürt worden waren. „In fast 90 Prozent der Fälle sind Artenspürhunde deutlich effektiver als andere Nachweismethoden", sagt Grimm-Seyfarth. Allerdings fehle für eine richtige Etablierung der Artenspürhunde eine einheitliche, unabhängige Evaluierung. Die Mehrzahl der Behörden, Institute und Planungsbüros haben aktuell keine Kenntnis über die Fähigkeiten und Erfolge solcher Spürhunde oder sind damit noch zu wenig vertraut. Das weiß auch Prof. Dr. Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover, der als erster Corona-Spürhunde ausbildetet, um mit dem Sars-CoV-2 infizierte Personen aufzuspüren. Ein einheitliches nationales Zertifikat als Leistungsnachweis, von unabhängigen Prüfern ausgestellt, könnte die Akzeptanz deutlich steigern, sind sich die Wissenschaftler einig. „Wir sind im Verein gerade dabei, theoretische und praktische Prüfungen auszuarbeiten, die internationalen Standards genügen", sagt Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. In etwa einem Jahr könnte es so weit sein.
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