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Gefahr durch Braune Hundezecke wächst
11.06.2021
Die aus Nordafrika stammende Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist inzwischen auch im Mittelmeerraum heimisch geworden und kommt endemisch vor. Nun wurden erste Funde aus den Niederlanden und der Schweiz gemeldet, sodass befürchtet wird, dass sich der Parasit immer weiter Richtung Norden ausbreiten wird. Im Gegensatz zu dem in Deutschland weit verbreiteten Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) fühlt sich die Braune Hundezecke auch in warmen Wohnungen sehr wohl. Bei idealen Bedingungen kann sich der Blutsauger dort auch vermehren. „Wir gehen davon aus, dass die Braune Hundezecke mit Hunden, die mit ihren Haltern im Auslandsurlaub waren, nach Deutschland kommt. Es wurden aber auch bereits Exemplare an Hunden gefunden, die ihren Hof nie verlassen hatten – ein Hinweis darauf, dass die Art hier möglicherweise bereits Fuß gefasst hat“, erklärt Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin und Expertin für Zecken an der Universität Hohenheim, die derzeit erforscht,
ob die Braune Hundezecke sich durch die Klimaveränderungen auch außerhalb von Wohnungen ausbreitet. Daher werden HundehalterInnen gebeten, auffällige Zecken einzusenden, die dann im Labor erforscht werden. Denn es handelt sich um eine Art, die nicht ohne die Hilfe von außen gesammelt und erforscht werden kann. Zudem können Bilder von Funden der Braunen Hundezecke eingeschickt werden. Die Blutsauger bevorzugen Hunde für ihre Blutmahlzeit, doch gelegentlich werden auch Menschen gestochen. Die Braune Hundezecke kann Krankheiten wie Ehrlichiose und Babesiose übertragen. ExpertInnen empfehlen HalterInnen, ihren Hund und das Hundebett vor der Rückreise aus dem Urlaub intensiv auf Parasiten abzusuchen. Denn die Braune Hundezecke kann sich schnell zur unangenehmen Plage entwickeln, wenn Exemplare mit dem Hund aus dem Urlaub eingeschleppt wurden. Die beste Prophylaxe ist zudem die Anwendung eines geeigneten Antiparasitikums. Die Tierarztpraxis berät hier gern.
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