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bpt bedauert Entscheidung der EU-Abgeordneten zur Antibiotikaeinstufung
15.07.2021
Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat enttäuscht auf die Abstimmung des EU-Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) bzgl. des Entschließungsantrags gegen die delegierte EU-Verordnung über die „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ reagiert. Am vergangenen Dienstag hatten 38 Ausschussmitglieder gegen die Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) entschieden, 18 waren dafür und 22 enthielten sich. Die EU-Kommission hatte den delegierten Rechtsakt gemeinsam mit den Mitgliedstaaten auf der Grundlage der wissenschaftlichen Beratung durch die EMA in Zusammenarbeit mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erarbeitet. Dies führt u.a zu einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und der Lebensmittelsicherheit sowie der Gesundheit und des Wohlergehens der Tiere. Zugleich stellt der
Beschluss eine klare Missachtung des in der EU etablierten wissenschaftsbasierten Entscheidungsfindungsprozesses dar und ignoriert die wiederholten Aufrufe der eigenen Behörde, antimikrobielle Resistenzen mit dem One-Health-Ansatz zu bekämpfen, so die klare Kritik des bpt. Das willkürliche Verbot der einzigen therapeutischen Möglichkeit gegen bakterielle Infektionen bedeutet, dass alle Tiere, auch Haustiere, unbehandelt bleiben, was zu unnötigem Leiden und sogar zu ihrem Tod führen kann. Dies steht in eklatantem Widerspruch zum Vertrag von Lissabon, der Tiere als fühlende Wesen anerkennt, sowie zu der Bedeutung, die die Bürger dem Tierschutz beimessen, wie kürzlich die erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ gezeigt hat. Der angenommene Antrag wird zudem keinen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Resistenzlage haben. Der bpt wird gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden den Kampf für einen wissenschaftsbasierten One-Health-Ansatz in den nächsten Monaten fortsetzen und sich dabei auf die Plenarabstimmung im September 2021 konzentrieren.
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