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bpt sammelt knapp 650.000 Unterschriften gegen Antibiotikaverbot
14.09.2021
Am morgigen Mittwoch (15.09.2021) wird das EU-Parlament über den Entschließungsantrag des Umweltausschusses des EU-Parlaments (ENVI) abstimmen. Dieser Antrag sieht vor, dass bestimmte Antibiotikaklassen nur noch in der Humanmedizin, nicht aber mehr in der Veterinärmedizin angewendet werden dürfen. Gegen das drohende EU-Antibiotikaverbot hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) bei einer Unterschriftenkampagne mehr als 640.000 Unterschriften von TierärztInnen und Tierärzten sowie TierhalterInnen gesammelt. „Die nahezu 650.000 Unterschriften sind ein fulminantes Ergebnis und ein ganz klarer Auftrag für uns, um bei den EU- Abgeordneten für eine Ablehnung des Entschließungsantrags (Veto) des ENVI zu werben“, erklärte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei der Übergabe der gesammelten Unterschriften an den Vorsitzenden der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, und an die Vizepräsidentin des EU-Parlaments und stellvertretende FDP- Bundesvorsitzende Nicola Beer. „Da in den letzten Tagen viel Falsches zu unserer Kampagne gesagt und geschrieben wurde, will ich noch einmal den Grund für unsere Forderung deutlich machen: Entgegen dem Entschließungsantrag, erarbeitet vom Berichterstatter MEP Martin Häusling, ist der DR der Kommission in seiner jetzigen Form ein wissenschaftlich fundierter und ausgewogener Vorschlag, der einen massiven Beitrag für die Humangesundheit im Sinne des One-Health-Ansatzes leistet, ohne jedoch Kollateralschaden bei der Tiergesundheit
zu verursachen.“ Das Veto des ENVI gegen den Delegierten Rechtsakt sei nicht nachzuvollziehen, so Moder weiter. „Denn mit dem DR wird doch die Humangesundheit zusätzlich geschützt und der Tiermedizin würden nur noch ganz wenige Wirkstoffklassen zur Verfügung stehen, die auch nur im Einzelfall eingesetzt werden dürfen.“ Zudem hat das (deutsche) Forschungsnetzwerk Zoonotische Infektionskrankheiten, dem führende Wissenschaftler aus Human- und Tiermedizin angehören, deutlich gemacht, dass bislang nur wenig gesicherte Evidenz darüber vorliegt, in welchem Umfang und für welche Wirkstoffe entsprechend restriktive Maßnahmen, wie ein Verbot von sog. Reserveantibiotika in der Tierhaltung, eine populationsbezogene Auswirkung auf die antimikrobielle Resistenz beim Menschen haben. Der Delegierte Rechtsakt der EU-Kommission spielt Human- und Tiergesundheit nicht gegeneinander aus, sondern ermöglicht einerseits eine flexible Reaktion auf Veränderungen der Resistenzsituation, stellt aber andererseits auch sicher, dass kranke Tiere weiterhin adäquat behandelt werden können. „Genau darum geht es uns, deshalb bitte ich die Abgeordneten des Europäischen Parlaments bei der Abstimmung am Mittwoch für den Delegierten Rechtsakt der EU- Kommission zu stimmen“, so bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder abschließend. In einer anderweitig organisierten Online-Petition sind weitere knapp 360.000 Unterschriften zusammengekommen. Die Petition kann weiterhin unterzeichnet werden.
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