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Wie sich Igelfreunde richtig verhalten
03.11.2021
Mit Beginn des Novembers rüsten sich Igel für ihren Winterschlaf. Dafür müssen sich die Stacheltiere ordentlich Speck anfuttern. Für manche Jungigel ist das problematisch, da einige von ihnen erst im September geboren wurden. Nicht selten sammeln besorgte Menschen kleine Igel ein, da sie befürchten, dass die Jungigel nicht genügend Gewicht für den Winterschlaf angefressen haben. Jedoch warnt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN vor übertriebener Tierliebe. „Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sieht man ein Tier tagsüber herumwandern, ist das definitiv ein Warnsignal. Bevor man jedoch einen unverletzten Igel überstürzt einsammelt, sollte man ihn beobachten. Jeder menschliche Kontakt bedeutet für die Tiere Stress. Sieht man einen kleinen Igel, sollte man nicht gleich eingreifen, sondern abwarten. Wer überstürzt handelt, könnte unwissentlich und ungewollt ein Jungtier von seiner Familie trennen“, erklärt Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin bei VIER PFOTEN. Besser sei es, den Tieren täglich frisches Futter bereitzustellen. Am besten eignet sich
Katzenfutter, unter das ein hartgekochtes Ei gemischt wird. Aufgrund möglicher Krankheitserreger sollte auf keinen Fall rohes Fleisch gefüttert werden. „Auch Milch ist tabu. Denn Igel sind laktoseintolerant und bekommen davon ernsthafte Verdauungsbeschwerden, die sogar tödlich enden können“, so Lindenschmidt. Außerdem sollten HundebesitzerInnen eine Konfrontation zwischen ihrem Vierbeiner und dem Igel im eigenen Garten vermeiden, um das Wildtier nicht zu gefährden. Findet man tatsächlich einen kranken, verletzten oder verwaisten Igel, sollte man sich an eine Wildtierstation oder einen wildtierkundigen Tierarzt wenden, wie weiter vorzugehen ist“, rät Eva Lindenschmidt. Tierärztinnen und Tierärzten bietet Myvetlearn.de den Online-Einsteigerkurs "Der Igel als Patient in der Kleintierpraxis". Die ReferentInnen befassen sich mit der Behandlung und Diagnostik des Wildsäugers. Zudem wird in dem Online-Seminar die Therapie internistischer und chirurgischer Problemen sowie von Infektionskrankheiten (Parasitosen, Zoonosen) beschrieben. Die erfolgreiche Teilnahme an dieser Fortbildung wird mit 5 ATF-Stunden anerkannt.
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