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LTK Hessen ändert Notdienstbestimmungen
23.11.2021
In der vergangenen Woche hat die Delegiertenversammlung der Landestierärztekammer (LTK) Hessen einstimmig Änderungen der Berufsordnung verabschiedet. Diese betreffen insbesondere den Notdienst und werden vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde nach der Veröffentlichung im Deutschen Tierärzteblatt voraussichtlich Anfang 2022 in Kraft treten, denn der Notdienst ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend. § 23 des Hessischen Heilberufsgesetzes besagt: "Die Kammerangehörigen, die ihren Beruf ausüben, haben insbesondere die Pflicht, … soweit sie als Berufsangehörige … in eigener Praxis tätig sind, am Notfalldienst teilzunehmen …". Daher wurde beschlossen, dass dann die Beteiligung am Notdienst durch verbindliche, schriftliche Übereinkunft mit Nachbarpraxen/Tierärztlichen Kliniken geregelt und auf Nachfrage der Kammer nachgewiesen werden. Weiterhin sind die Tierhalter über den diensthabenden Tierarzt tagesaktuell durch Aushang am Praxiseingang über den zuständigen Notdienst zu informieren. Darüber hinaus muss diese Information telefonisch und – soweit möglich – in anderen geeigneten Medien, wie Praxis-Homepage, lokale Zeitung, abrufbar sein. Dafür wird die
LTK Hessen auf ihrer Homepage auch einen "Notdienstkalender" zum Selbsteintrag etablieren. Während sich die Behandlung von landwirtschaftlichen Nutztieren die Notdienst-Verpflichtung auf die eigene Klientel beschränkt, wurde dies bei der Behandlung von Klein- und Heimtieren aufgehoben. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Selbstorganisation des Notdienstes zur Zeit noch möglich und somit kostenfrei organisiert werden kann. Der Präsident der LTK Hessen, Dr. Ingo Stammberger, appellierte in diesen Zusammenhang nochmal an alle Kolleginnen und Kollegen: „Keiner erwartet, dass eine Praxis einen "24 h/ 7 d /365 d"-Notdienst anbietet. Falls der Notdienstverpflichtung nicht persönlich nachgekommen werden kann (z. B. gesundheitliche oder familiäre Situation), besteht die Verpflichtung, eine Vertretung zu organisieren. Die Selbstorganisation in Notdienstringen ist bislang ein probates Mittel, die Arbeitsbelastung auf viele Schultern zu verteilen. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die Notdienstringe organisieren. Schließen Sie sich diesen bereits bestehenden Ringen an. Andernfalls werden wir die (kostenpflichtige) Organisation übernehmen müssen."
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