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Jungtiere nicht einfach mitnehmen
11.05.2022
Mit dem Frühling bringen auch Vögel und Eichhörnchen ihren Nachwuchs zur Welt. Doch leider passiert es häufig, dass übervorsichtige Wanderer und Spaziergänger scheinbar verlassene oder verletzte Jungvögel mitnehmen und an den Tierarzt bzw. Wildauffangstationen übergeben. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat daher gemeinsam mit verschiedenen Tierschutzorganisationen einen Aufruf gestartet, damit Jungtiere nicht von ihren Elterntieren getrennt werden. „Wenn ein junger Vogel allein auf dem Boden sitzt, scheint die Situation vielen eindeutig zu sein: Sie denken, das Tier wurde von seinen Eltern verlassen und sammeln es wohlmeinend ein. Aber damit schaffen sie erst ein Problem“, erklärt Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, sich den Tieren nicht zu nähern, denn in den meisten Fällen
verstecken sich die Elterntiere nur. In dieser Zeit sind die Vögel zwar tatsächlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, von Räubern erbeutet zu werden, dies gehört aber zum natürlichen Verhalten der Tiere. Ähnliches gilt für den Eichhörnchen-Nachwuchs. Selbst bei einem Sturz aus dem Nest sind die Elterntiere häufig in der Lage, ihre Jungen zurück in den Kobel zu holen. „Jungvögel und junge Eichhörnchen sind, wenn sie unverletzt sind, grundsätzlich dort zu lassen, wo sie gefunden wurden. Selbst bei sehr guter Pflege durch den Menschen sind ihre Überlebenschancen erheblich schlechter als bei Aufzucht durch die Eltern“, erklärt Professor Dr. Michael Pees, Leiter der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Hilfe sei erst angeraten, wenn Tiere verletzt sind oder, nach einer sehr langen, ruhigen Beobachtungsphase, wenn sehr sicher sei, dass die Jungtiere von ihren Eltern verlassen wurden, so Pees.
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