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Ausgangssperre für Katzen stößt auf scharfe Kritik
07.06.2022
Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in der Stadt Walldorf hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die es KatzenbesitzerInnen untersagt, ihre Tiere nach draußen zu lassen. Nicht nur die HalterInnen sind entsetzt, auch der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die Verordnung heftig. Die bis Ende August 2022 verhängte Ausgangssperre für Freigängerkatzen verstoße gegen das Tierschutzrecht, so die TierschützerInnen. „Katzen, die es gewohnt sind, nach draußen zu gehen, plötzlich daran zu hindern, bedeutet immense Einschränkungen und Stress für die Tiere", heißt es auf Seiten des Deutschen Tierschutzbundes. Die Behörden in Walldorf wollen mit der Verfügung den Bestand der seltenen Haubenlerche schützen, die ihr Nest auf dem Boden baut und daher eine leichte Beute für Katzen auf der Jagd sei. „Aufgrund der Seltenheit der Art und des ungünstig-schlechten Erhaltungszustandes im Land ist bereits bei Verlust eines Revieres oder eines Tieres
von einer weiteren Verschlechterung des Erhaltungszustandes auszugehen. Unter anderem kommt es daher für den Fortbestand der Art auf das Überleben jedes einzelnen Jungvogels an", lautet die Erklärung der Walldorfer Behörden. „Die Walldorfer Verfügung verursacht eindeutig tierquälerisches Leiden. Dies kann sich in aggressivem, aber auch depressivem Verhalten äußern - die Tiere zerkratzen Möbel, werden unsauber, miauen ständig oder verweigern das Fressen“, sagt Dalia Zohni, Fachreferentin für Katzen beim Deutschen Tierschutzbund. Betroffene Katzenhalter können noch bis zum 13. Juni 2022 Widerspruch einlegen, wenn sie verhindern möchten, dass die Verfügung rechtskräftig wird. Die Regelung gilt für alle Katzen im südlichen Teil der Stadt und soll jeweils in den kommenden drei Jahren von April bis August gelten. Verstöße können mit einem Bußgeld bis zu 500 Euro geahndet werden.
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