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Strongyliden-Studie ergibt hohe Prävalenz in Berlin-Brandeburg
27.10.2022
Große und kleine Strongyliden sind häufige Darmparasiten des Pferdes. Sie können bei Equiden zu weitreichenden Organschäden und sogar Todesfällen führen. Zwar ist u.a. durch regelmäßige Entwurmungen das Vorkommen der Großen Strongyliden in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen, gleichzeitig haben sich bei den kleinen Strongyliden derweil jedoch Resistenzen gegen diese Medikamente entwickelt, insbesondere gegen Benzimidazole (z. B. Fenbendazol) und Pyrantel. Neue Daten zum Vorkommen von Strongyliden bei Pferden liefert nun eine aktuelle Studie der FU Berlin, für die 484 Pferden auf 48 Pferdebetrieben in Berlin und Brandenburg mithilfe von Kotuntersuchungen, PCR und ELISA auf einen Befall untersucht wurden. Bei zwei Dritteln der untersuchten Pferde (66,7 %) wiesen die WissenschaftlerInnen anhand der Kotuntersuchungen einen Befall mit Strongyliden nach. Von den untersuchten Betrieben waren sogar fast alle (97,9 %) betroffen. Dagegen konnten sie lediglich bei vier Pferden (1,3 % der Proben mit nachweisbarer Nematoden-DNA) mithilfe der PCR-Untersuchung Strongylus
vulgaris nachweisen. Bei zehn weiteren Pferden (3,2 % der entsprechenden Proben) fand sich Strongylus edendatus und somit auf insgesamt 12,5 % der untersuchten Bestände Infektionen mit großen Strongyliden. Strongylus equinus ließ sich hingegen bei keinem der untersuchten Pferde nachweisen. Mithilfe eines ELISA-basierten Antikörpernachweises konnten hingegen 102 der 481 (21,2 %) untersuchten Pferde positiv auf Antikörper gegen S. vulgaris getestet werden. Diese im Vergleich zum koproskopischen Nachweis sehr hohe Prävalenz entsprach einer Betriebsprävalenz von sogar 83,3 %. Diese für Deutschland unerwartet hohen Seroprävalenz-Daten für S. vulgaris sind ein sehr wichtiger Hinweis auf das offenbar immer noch weit verbreitete Vorkommen dieses hochpathogenen Parasiten. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine regelmäßige parasitologische Untersuchung bzw. Entwurmung bei Pferden ist. Das Prinzip der selektiven Entwurmung ist jedoch aufgrund der Diskrepanz zwischen einer negativen Kotprobenuntersuchung und eines positiven ELISA-Nachweises kritisch zu hinterfragen.
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