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Ohne drastischen Naturschutz keine Artenvielfalt mehr
11.11.2022
Die Umwandlung von naturnahen Wäldern und Grünland in landwirtschaftliche Flächen ist hauptverantwortlich für den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt. Die ausbeuterische Nutzung wildlebender Tiere und Pflanzen ist zweitwichtigste Ursache, gefolgt von Umweltverschmutzung. Der Klimawandel ist bislang nur der viertstärkste Treiber. Dies zeigt eine internationale Studie, an der u.a. auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und das Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) beteiligt waren. Die Studie macht deutlich, dass der Kampf gegen den Klimawandel allein nicht ausreicht, um den weiteren Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern. „Die für den Artenschwund verantwortlichen direkten Treiber sollten mit ähnlichem Ehrgeiz wie der Klimawandel und als Ganzes bekämpft werden“, sagte Dr. Nicolas Titeux, einer der beiden Erstautoren der im Science Advances veröffentlichten Studie. Eine Million
Tier- und Pflanzenarten seien in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht, wenn nicht drastisch gegensteuert werde. Zudem gehen die Wissenschaftler aufgrund der aktuellen Entwicklungen davon aus, dass die Bedeutung des Klimawandels für den Artenschwund und den Rückgang der Ökosystemleistungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zunehmen und in der Rangliste der direkten Treiber nach oben rücken wird. Die derzeitigen globalen Vereinbarungen wie das Übereinkommen über die biologische Vielfalt – CBD - und das UN-Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen – UNFCCC - konzentrieren sich zu sehr auf einzelne Faktoren und übersehen dabei Lösungen, die eng mit anderen Faktoren zusammenhängen. Die großflächige Wiederherstellung naturnaher Wälder und der wirksame Schutz von Feuchtgebieten an der Küste seien wichtige und wesentliche Schritte im Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt und für den Klimaschutz.
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