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Igelstationen sind am Limit
04.01.2023
Eigentlich sollten Igel momentan Winterschlaf halten. Doch viele der stacheligen Tiere konnten sich in den Sommer- und Herbstmonaten nicht genügend Gewicht anfuttern, sodass diese völlig unterernährt oder verletzt bei Igelstationen abgegeben wurden und werden. Diese platzen aktuell aus allen Nähten. Denn neben Rasenmähern, Autos und anderen Tieren ist es häufig auch die Unwissenheit der Menschen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Igel gefährden. Es sei verrückt zur Zeit, erklärt Sandra Kühnert von der Igelauffangstation in Zwickau. In Spitzenzeiten erreichten den Verein, der sich hauptsächlich durch Spenden finanziert, zehn Anrufe pro Tag - manche davon spät in der Nacht. „Wir werden quasi überrannt“, so Kühnert. Dass so viele Igeljunge in Not seien, habe unterschiedliche Gründe, so die Igelschützerin: „Die Mütter laufen mehr und finden weniger. Im Zweifel lassen sie ihre Jungen zurück oder sterben auf der Suche nach etwas Essbarem.“ Auch die wohlmeinende, aber falsche Hilfe von Privatleuten führe nicht selten dazu, dass Jungigel versterben oder krank werden. „Wir hatten es zum Beispiel auch schon, dass Tiere mit Schokolade oder Cola gefüttert wurden“,
so Kühnert. Da der Verein nicht alle Tiere aufnehmen kann, unterstützen Kühnert und ihr Team auch mit Beratung und Untersuchung bei der Pflege zuhause. Das Fortbildungsportal Tierhalter-Wissen.de vermittelt in einem Webinar die wichtigsten Aspekte für den Betrieb einer Igelstation. Neben Informationen zum Artenschutz und rechtlichen Aspekten werden den KursteilnehmerInnen die Voraussetzung zum Betrieb einer Igelstation als tierheimähnliche Einrichtung vorgestellt. Weiter werden die biologischen Grundlagen und Besonderheiten des Europäischen Braunbrustigels präsentiert und was für die ordentliche Unterbringung des Igels notwendig ist. Um den Igel als Patient in der Kleintierpraxis geht es in der gleichnamigen Online-Fortbildung auf Myvetlearn.de. Die Referenten Dr. Florian Brandes, Karolin Schütte und Dana Ströse informieren über die Besonderheiten des vermutlich am häufigsten in der Praxis vorgestellten Wildsäugers, damit TierärztInnen ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden können. Die Fortbildung ist mit 5 ATF-Stunden anerkannt. Zudem startet zum Frühjahr eine Kursreihe Wildtiere, die sich an TierärztInnen und TFAs in der Praxis richtet.
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