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Özdemir: Keine Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel
12.01.2023
Der Krieg in der Ukraine wütet bereits seit mehr als 10 Monaten und ein Ende ist nicht in Sicht. Der widerrechtliche Einmarsch der Russen hatte jedoch auf die Ernährungssituation der ganzen Welt großen Einfluss. Getreide wurde knapp, und die Preise für Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir rechnet damit, dass das aktuell hohe Preisniveau bei Lebensmitteln so bleiben wird. Um die VerbraucherInnen in Deutschland zu entlasten und gleichzeitig zu motivieren, weniger Fleischprodukte zu konsumieren, schlägt der Minister eine Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte vor. Wie Özdemir in einem Interview mit der Funke Mediengruppe auch erklärt, sollte Getreide besonders in Zeiten des Mangels in erster Linie für die menschliche Ernährung genutzt werden. „Die Herstellung von Biosprit aus Nahrungspflanzen hat keine Zukunft – vor allem nicht, wenn wir das Thema Ernährungssicherheit und bezahlbare Lebensmittel ernst nehmen“, so der Agrarminister. „Wir brauchen in der
Bundesregierung eine vernünftige Einigung, dass wir schrittweise runtergehen vom Biosprit aus Nahrungspflanzen, um diese für die menschliche Ernährung nutzen können. Ich würde es befürworten, wenn wir ab 2030 im Verkehrssektor auf Kraftstoff aus Anbaubiomasse verzichten würden“, lautet Özdemirs Vorschlag. Abschließend fordert Özdemir die drastische Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln, um dem Artensterben entgegen zu treten. „Wir brauchen integrierten Pflanzenschutz, bei dem der Einsatz von Pestiziden nur das letzte Mittel ist, wenn alle anderen Maßnahmen – angefangen bei der Fruchtfolge bis hin zu alternativen Pflanzenschutzmethoden – nicht greifen“, betont der Grünen- Politiker. „Pflanzenschutzmittel und auch Dünger können inzwischen viel gezielter eingesetzt werden, die Forschung dazu treiben wir massiv voran. Ich bekenne mich ganz klar zum Ziel der EU, 50 Prozent der Pflanzenschutzmittel bis 2030 einzusparen – über den Weg dahin müssen wir sprechen“, so Özdemir abschließend.
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