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Strengere Regelung für Haltung giftiger Tiere gefordert
16.01.2023
Die private Haltung von giftigen Tieren ist in den einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich geregelt. Während Nordrhein-Westfalen ein eigenes Gifttiergesetz im vergangenen Jahr verabschiedet hat, das die Neuanschaffung verbietet und bestehende Haltungen regelt, haben Hessen, Bayern, Thüringen, Berlin und Hamburg unterschiedliche Regelungen, die teilweise ebenfalls Verbote, aber auch Erlaubnispflicht mit entsprechendem strengen Sachkundenachweis beinhalten. Der aktuelle Fall in einem Mehrfamilienhaus im saarländischen Landsweiler-Reden hat jedoch erneut die Diskussion um eine bundesweit einheitliche Regelung entfacht. In dem Haus hatten Polizeibeamte mehrere tote Schlangen, unter anderem Kobras und eine Schwarze Mamba, sowie giftige Spinnen gefunden, nachdem Passanten vor dem Haus
eine halb erstarrte, hochgiftige Hornviper entdeckt hatten. Das Mehrfamilienhaus musste daraufhin evakuiert sowie Fugen und Schächte abgeklebt werden. „Es gibt im Saarland kein spezifisches Gefahrtiergesetz", erklärt Markus Monzel, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde sowie im Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz zuständig für den Artenschutz. Monzel bemängelt die Regelung in seinem Bundesland, denn hier gelten zwar die allgemeinen Regeln des Tierschutzgesetzes, aber die für die Privathaltung eines Tieres erforderlichen Kenntnisse seien nicht besonders genau definiert, so der Experte. Auch wenn der oben beschriebene Fall eher eine Ausnahme darstelle, fordert Monzel die Verpflichtung zur Vorlegung eines Sachkundenachweis für die Haltung von giftigen Tieren.
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