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Personalmangel sorgt beim tierärztlichen Notdienst für Probleme
19.01.2023
Der massive Personalmangel sowie die wachsende Zahl der Hausiere haben zu einer hohen Arbeitsbelastung der TierärztInnen in Deutschland geführt. Hinzu kommt der aktuell hohe Krankheitsstand. Besonders die notdienstliche Versorgung der Tiere wird immer schwieriger, da die wenigsten niedergelassenen PraktikerInnen die Notdienst-Bereitschaft gewährleisten können. Das hat zur Folge, dass viele TierbesitzerInnen auf Kliniken ausweichen, die jedoch auch zunehmend Probleme haben, die steigenden Patientenzahlen zu bewältigen. „Die Notdienstversorgung ist überall in Deutschland ein großes Problem“, weiß auch Prof. Sabine Tacke, die seit November letzten Jahres Präsidentin der Landestierärztekammer Hessen ist. Ein zusätzliches Problem ist, dass Kliniken nachts und am Wochenende aufgesucht werden, obwohl es sich eigentlich nicht um einen Notfall handelt. Die richtige telefonische Einschätzung der Patienten würde nach Meinung der Fachtierärztin an der Veterinärklinik der Universität die Lage etwas entschärfen. Das Hauptproblem sei jedoch die dramatische Personalentwicklung der Praxen und Kliniken. Dazu gehören neben dem Wunsch nach einer Work-Life-Balance
auch die zunehmende Feminisierung des veterinärmedizinschen Berufes, so Tacke. Gemäß der Berufsordnungen einiger Landestierärztekammern sind TierärztInnen verpflichtet, einen Notdienst nachts und an Feiertagen/Wochenenden sicherzustellen. In vielen Regionen haben sich die Praxen über einen Notdienstring zusammengeschlossen, der gut funktioniert, so lange keine Lücken entstehen, weil TierärztInnen aus dem Modell wegen Überlastung aussteigen. Im Gegensatz zu Praxen müssen tierärztliche Kliniken jederzeit, also 24 Stunden an 7 Tagen die Woche, für einen Notdienst sorgen. Immer weniger MitarbeiterInnen sind jedoch bereit, nachts und an Wochenenden zu arbeiten. Da auch die Kliniken aufgrund des dramatischen Mangels an Fachpersonal an ihre Grenzen kommen können, geben immer mehr ihren Status auf. Zudem habe die idealistische Vorstellung vieler junger Leute nichts mit dem anstrengenden Job in Praxis oder im Stall zu tun, sodass viele dem Beruf nicht treu blieben. Eine Herausforderung der Zukunft müsse es daher sein, mehr TiermedizinerInnen durch gute Rahmenbedingungen und angemessene Bezahlung dazu zu motivieren, im Job zu bleiben, so Tacke.
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